26. Oktober 2018 Diskussion/Vortrag Neben uns die Sintflut

Reihe Imperiale Lebensweise (3/5)

Information

Veranstaltungsort

W3 - Werkstatt für internationale Kultur und Politik e. V.
Nernstweg 32-34
22765 Hamburg

Zeit

26.10.2018, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Ungleichheit / Soziale Kämpfe, International / Transnational, Gesellschaftliche Alternativen

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Neben uns die Sintflut

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Stephan Lessenich (Soziologe, Uni München)

Wer zahlt wo den Preis unserer Externalisierungsgesellschaft? Im Westen sind Armut und Ungerechtigkeit systematisch ausgelagert, im kleinen wie im großen Maßstab. Wir alle verdrängen unseren Anteil an dieser Praxis. Der Soziologe Stephan Lessenich bietet eine politisch brisante Analyse der Abhängigkeits- und Ausbeutungsverhältnisse der globalisierten Wirtschaft. Er veranschaulicht das soziale Versagen unserer Weltordnung, denn es profitieren eben nicht alle irgendwie von freien Märkten. Die Wahrheit ist: Wenn einer gewinnt, verlieren andere. Jeder von uns ist ein verantwortlicher Akteur in diesem Nullsummenspiel, dessen Verlierer jetzt an unsere Türen klopfen.


Stephan Lessenich, lehrt am Institut für Soziologie der Ludwigs-Maximilian-Universität München, ist unter anderem Mitglied des „Instituts Solidarische Moderne“ und im Wissenschaftlichen Beirat der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg



Imperiale Lebensweise – ist dies ein griffiges Schlagwort, um die ungleichen Beziehungen zwischen den Staaten des globalen Südens und Nordens zu kennzeichnen?
Immerhin deutet es die Missverhältnisse zwischen Nord und Süd aus. Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse, die Zerstörung der natürlichen und sozialen Lebensbedingungen sind die sichtbaren Resultate der imperialen Lebensweise. Eine imperiale Lebensweise speist sich aus verschiedenen Quellen, die Produktion, Reproduktion und Konsumtion umfassen. Die nötigen Ressourcen werden rücksichtslos aus dem globalen Süden extrahiert. Treiben kapitalistische Produktion und Konsumtion nach den Maßgaben westlicher Industriegesellschaften die Welt schneller, tiefer und unaufhaltsamer in die ökologische, wirtschaftliche und soziale Krise?
Sind die Fragestellungen so vielfältig, weil die imperiale Lebensweise unsere Leben im globalen Norden total umfasst? Welche Alternativen haben wir hier und jetzt? Welche Strategien existieren für die Zukunft? Wie kann die imperiale Lebensweise gebrochen und das Recht auf ein menschenwürdiges, ein gutes Leben für alle eingelöst werden?

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