27. September 2019 Diskussion/Vortrag Ein migrantisches 1968?

Information

Veranstaltungsort

Centro Sociale
Sternstraße 2
20357 Hamburg

Zeit

27.09.2019, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, Arbeit / Gewerkschaften, Neonazismus / Rassismus, Soziale Bewegungen / Organisierung, Europa der Vielen, 1968

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Ein migrantisches 1968?

Vortrag und Diskussion mit Manuela Bojadzijev (Universität Lüneburg)
Warum erscheint die Student*innenbewegung im Nachhinein als „urdeutsche“ Angelegenheit? Offenbar wird der Anteil von Migrant*innen am Erbe von 1968ff. unterschätzt oder vergessen. Jedenfalls sind in der Rezeption diese historischen Kämpfe nicht wirklich präsent – ob nun in den Medien, der Wissenschaft oder selbst der Linken. Damals hingegen wurden die Kämpfe migrantischer Arbeiter*innen in studentischen Milieus durchaus wahrgenommen. Diese Streitenden und Streikenden waren praktischer Ausdruck eines Widerspruchs gegen eine traditionelle, homogenisierende Vorstellung einer „deutschen Arbeiter*innenklasse“. Allerdings fanden, wo sich gemeinsame Kämpfe abzeichneten, Migrant*innen kaum Rückhalt in Gewerkschaften, Parteien oder bei Kolleg*innen. Wie lassen sich die Schwierigkeiten solcher Organisierungen verstehen? Der Vortrag lässt eine Reihe von Versuchen der damaligen Zeit Revue passieren, in denen eine gemeinsame Haltung von Migrant*innen und Deutschen erkennbar wurde. Diese historischen Erfahrungen fordern in der abschließenden Diskussion dazu auf, dieses Setting zu aktualisieren: Wie kann es sein, dass die heute Arbeitenden wieder vorwiegend als „die Deutschen“ gelten? Werden sie deutsch gemacht, die anderen übersehen? Wie können wir ein mögliches Erbe der Neuen Linken anders denken?

In Kooperation mit der "Gesellschaft zur Erforschung der Nachträglichkeit".

Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Standort

Kontakt

Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg

Telefon: 040 28003705