8. November 2018 Diskussion/Vortrag Imperiale Lebensweise

Rehe Imperiale Lebensweise (5/5)

Information

Veranstaltungsort

Fabrique im Gängeviertel - Seminarraum 4. OG
Valentinskamp 34a
20355 Hamburg

Zeit

08.11.2018, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Ungleichheit / Soziale Kämpfe, International / Transnational, Gesellschaftliche Alternativen

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Imperiale Lebensweise

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Markus Wissen (Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin).

Warum fahren Menschen mit hohem Umweltbewusstsein SUV? Warum fliegen Grünen-WählerInnen häufiger als die Anhänger anderer Parteien? Warum bewegt sich gesellschaftlich und politisch trotz eines zunehmenden Wissens um die ökologische Krise so wenig? – Der Begriff der „imperialen Lebensweise“ will diese Paradoxa erklären. Er beleuchtet die vorherrschenden Produktions- und Konsummuster, die auf der Aneignung von Arbeitskraft und Natur andernorts beruhen und gleichzeitig die zerstörerischen Wirkungen dieser Aneignung unsichtbar machen. Er erklärt mithin, wie die sozial-ökologische Zerstörung im Alltag, in den gesellschaftlichen Kräfteverhältnissen und vermittelt über die staatlichen Institutionen normalisiert wird. Gleichzeitig will er die Widersprüche aufzeigen, die sich dabei auftun und an denen emanzipatorisches Handeln im Sinne einer solidarischen Lebensweise ansetzen kann.


Markus Wissen, ist Prof. für Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt sozial-ökologische Transformationsprozesse an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin; Mitglied der PROKLA-Redaktion; lange Zeit in der BUKO aktiv

Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg


Imperiale Lebensweise – ist dies ein griffiges Schlagwort, um die ungleichen Beziehungen zwischen den Staaten des globalen Südens und Nordens zu kennzeichnen?
Immerhin deutet es die Missverhältnisse zwischen Nord und Süd aus. Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse, die Zerstörung der natürlichen und sozialen Lebensbedingungen sind die sichtbaren Resultate der imperialen Lebensweise. Eine imperiale Lebensweise speist sich aus verschiedenen Quellen, die Produktion, Reproduktion und Konsumtion umfassen. Die nötigen Ressourcen werden rücksichtslos aus dem globalen Süden extrahiert. Treiben kapitalistische Produktion und Konsumtion nach den Maßgaben westlicher Industriegesellschaften die Welt schneller, tiefer und unaufhaltsamer in die ökologische, wirtschaftliche und soziale Krise?
Sind die Fragestellungen so vielfältig, weil die imperiale Lebensweise unsere Leben im globalen Norden total umfasst? Welche Alternativen haben wir hier und jetzt? Welche Strategien existieren für die Zukunft? Wie kann die imperiale Lebensweise gebrochen und das Recht auf ein menschenwürdiges, ein gutes Leben für alle eingelöst werden?

 

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