21. Februar 2020 Lesung/Gespräch Ich bin Özlem

Information

Veranstaltungsort

GWA St.Pauli / Kölibri
Hein-Köllisch-Platz 12
20359 Hamburg

Zeit

21.02.2020, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Neonazismus / Rassismus, Gesellschaftstheorie

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Lesung und Diskussion mit Dilek Güngör.

Dilek Güngörs Roman „Ich bin Özlem“ ist um Alltagsrassismus herum gebaut. Sie zeichnet nach, wie auch scheinbar „natürlichen“ Privilegien Sichtweisen, Lebenswege und Entscheidungen konstituieren. Kernelement ist dabei das „bio-deutsche“ Privileg, das sich im Aufwachsen, in Bildungsbiographien, im einzusetzenden Erbe und in der Weltsicht durchsetzt: das Privileg erscheint als Recht und Regel, nicht als Glück und Ausnahme – zumindest den privilegierten Deutschen nicht. Özlem ist der Gegenpol in der Clique. Sie ist diejenige, die sich selbstkritische Fragen stellt, weshalb sie nun wieder aneckt und nicht konform geht mit dem Verhalten und den Selbstverständlichkeiten ihrer ehemaligen Schulfreunde und deren Lebenspartnern.

Dilek Güngörs vielbeachteter Roman trifft in einer immer „multi-kultureller“ werdenden Gesellschaft einen Nerv, den der Privilegien. Die einen haben sie, die anderen nicht. Was den einen natürlich erscheint, ist den anderen Glück und Geschichte zugleich. Die Selbstzweifel ihrer Protagonistin Özlem sind Fragen an den Reichtum und an die Privilegien in der (bio-)deutschen Gesellschaft.

Dilek Güngör, 1972 in Schwäbisch Gmünd geboren, studierte Übersetzen in Germersheim, Journalistik in Mainz und Race and Ethnic Studies in Warwick, England. Als Journalistin arbeitete sie bei der „Berliner Zeitung“. Ihre gesammelten Kolumnen aus der „Berliner Zeitung“ und der „Stuttgarter Zeitung“ erschienen in den Bänden, „Unter uns“ und „Ganz schön deutsch“. 2007 wurde ihr Roman „Das Geheimnis meiner türkischen Großmutter“ veröffentlicht. Für das Singspiel "Türkisch für Liebhaber" an der Neuköllner Oper schrieb sie das Libretto. Zuletzt erschien ihre wöchentliche Kolumne "Weltstadt" in der „Berliner Zeitung“. Dilek Güngör ist Stellvertretende Chefredakteurin der Zeitschrift „Kulturaustausch“ und schreibt als Gastautorin Beiträge für die Zeit Online Kolumne „10 nach 8“.

In Kooperation mit der GWA St. Pauli. Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung.

 

 

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