11. Oktober 2018 Diskussion/Vortrag Erinnerungskultur zwischen nationaler Selbstvergewisserung und Selbstbeunruhigung

Banditi e ribelli

Information

Veranstaltungsort

Honigfabrik
Industriestraße 125-131
21107 Hamburg

Zeit

11.10.2018, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Geschichte, Ungleichheit / Soziale Kämpfe

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Erinnerungskultur zwischen nationaler Selbstvergewisserung und Selbstbeunruhigung

Seit der deutschen Wiedervereinigung hat sich die Geschichtspolitik in Deutschland radikal gewandelt. Die Erinnerung an das Naziregime und seine Verbrechen, insbesondere an die Verfolgungs- und Vernichtungspolitik sowie den von Deutschland ausgehenden Raub- und Vernichtungskrieg sind Teil der staatlichen Gedenk- und Identitätspolitik geworden. Diese Politik zielt auf nationale Selbstvergewisserung. Zugleich mehren sich Angriffe von Rechtspopulist*innen und Neonazis auf Geflüchtete und ihre Helfer*nnen, aber auch auf Stolpersteine, Denkmäler und Gedenkstätten. Die gegen viele Widerstände errungene Erinnerungskultur, die davon ausgeht, dass die deutsche Gesellschaft aus der Vergangenheit gelernt hat, steht in Frage: Der mit dem Holocaust und zahlreichen, längst noch nicht „aufgearbeiteten“ NS-Menschheitsverbrechen verbundene Zivilisationsbruch ist nicht mehr unbestrittener Orientierungspunkt für das gesellschaftliche Selbstverständnis. Vielmehr erleben wir eine Zunahme von Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus, eine Verschiebung der geschichtspolitischen Koordinaten, die mit bewusster Geschichtsvergessenheit bzw. in Teilen aktiver Geschichtsumdeutung einhergeht. Der Vortrag fragt vor diesem Hintergrund, vor welchen Herausforderungen die deutsche Gesellschaft steht und welche Rolle Gedenkstätten als Orten der gesellschaftlichen „Selbstbeunruhigung“ zukommt.

Vortrag und Gespräch mit Dr. Oliver von Wrochem, Leiter des Studienzentrums der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

In Kooperation mit dem Infoladen Wilhelmsburg, Istoreco Reggio Emilia, culturelabs und der Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg und Hafen

Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Standort