20. April 2020 Bildungsreise Mafia und Antimafia - jenseits des Mythos

Bildungsreise nach Rom

Information

Veranstaltungsort

Rom
Piazza di Porta Maggiore 25
00185 Rom

Zeit

20.04.2020, 10:00 - 24.04.2020, 18:00 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, Südosteuropa, Kapitalismusanalyse, Wirtschafts- / Sozialpolitik

Kosten

Einzelzimmerzuschlag: 150,00 €
Normalpreis: 550,00 €

Zugeordnete Dateien

Mafia und Antimafia - jenseits des Mythos
Sizilianische Mafia - Skizze eines Gerichtsprozesses von 1901 gegen verdächtige Mafiosi in Palermo. Aus der Zeitung L'Ora, Mai 1901 Wikimedia Commons

“Irgendwann, möglicherweise aber auch nie, werde ich dich bitten, mir eine kleine Gefälligkeit zu erweisen.“
Don Vito Corleone (Marlon Brando) in „Der Pate“

Unzählige Filme und Bücher handeln von den Machenschaften der Mafia, ihren Kämpfen mit Polizei und Justiz. Die kulturell produzierte „Mafia Faszination“, von Schauer, Erschrecken und Neugierde hat ihre eigenen Mythen geschaffen. Doch was verbirgt sich eigentlich - jenseits des Mythos - hinter der Mafia? 

Historisch ein hierarchischer Geheimbund, mit Wurzeln im Sizilien des 19. Jahrhunderts, der seine Macht durch Erpressung, Gewalt und politische Einflussnahme festigen und ausbauen konnte. Dabei unterscheidet sich Mafia von anderen Formen der organisierten Kriminalität in ihrer Struktur: Die Mafia sizilianischen Ursprungs besteht aus so genannten Familien – wobei es sich hier nicht um Familien im engeren Sinne handelt, sondern um einen engen, hierarchisch gegliederten Gruppenverband aus Mitgliedern territorialer Herkunft – die einem Codex folgen.

Heute ist die Mafia ein globales ökonomisches Phänomen, allein die ’Ndrangheta, die Vereinigung der kalabrischen Mafia, deren Aktionsradius ganz Europa, Nord- und Südamerika sowie Russland und Australien umfasst, soll weltweit rund 60 000 Mitarbeiter beschäftigen. Die geschätzten 54 Milliarden Euro Jahresumsatz (2013), stammen vor allem aus Einnahmequellen wie dem Drogenhandel, der illegalen Müllentsorgung und der Geldwäsche.

Auf unserer Bildungsreise wollen wir den Mythos Mafia hinterfragen. Welche Gefahr stellen Mafia Vereinigungen für demokratisch verfasste Gesellschaften dar? Welche Bedeutung hat die Mafia in globalen ökonomischen Handels- und Produktionsketten? Was tut die Antimafia-Bewegung eigentlich konkret, außer verbal auf die vermeintlichen Gefahren hinzuweisen und die Toten zu betrauern? Auf welcher Sozialstruktur basieren Mafia Vereinigungen? In welchen „Geschäftszweigen“ ist Organisierte Kriminalität besonders aktiv und warum müssen in Italien einige JournalistInnen seit Jahren mit Personenschutz leben, nur, weil sie in Presseorganen über die Mafia berichtet haben?

Auf diese und weitere Fragen wollen wir in unserem Bildungsurlaub eingehen und das gemeinsam mit Expert_innen aus allen Teilen der Gesellschaft. Wir machen das in Rom, wo viele politische, wirtschaftliche und juristische Fäden zusammenlaufen und seit einigen Jahren die Entstehung einer neuen eigenständigen Mafiaorganisation zu beobachten ist.

Der Teilnahmebeitrag beträgt 550 €. Er beinhaltet die Hotelunterkunft (Hotel Porta Maggiore) für sechs Übernachtungen im Doppelzimmer incl. Frühstück (Einzelzimmerzuschlag 150 €), Reiseprogramm und die vor Ort anfallenden Transfers und Übersetzungen sowie Eintritt für Ausstellungen und Museen. Die An- und Abreise zum/vom Veranstaltungsort bzw. der Hotelunterkunft ist eigenständig zu organisieren.

Termin: Anreise 19.04. (Sonntag) bis Abreise 25.04.2020 (Samstag), Seminarprogramm von Montag bis Freitag (20.04 bis 28.04.2020).

Seminarleitung: Esther Koppel (Rom) & Meinhard Meuche-Mäker (RLS Hamburg)

Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

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Standort

Kontakt

Meinhard Meuche-Mäker

Regionalbüroleiter Hamburg, Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg