29. Juni 2018 Diskussion/Vortrag Prekarität und gewerkschaftliche Organisierung an der Hochschule

Information

Veranstaltungsort

Fabrique im Gängeviertel - Seminarraum 4. OG
Valentinskamp 34a
20355 Hamburg

Zeit

29.06.2018, 16:00 - 18:00 Uhr

Themenbereiche

Arbeit / Gewerkschaften, Soziale Bewegungen / Organisierung

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Prekarität und gewerkschaftliche Organisierung an der Hochschule

Eine Diskussionsveranstaltung mit der alternativen Gewerkschaft unter_bau, der Initiative Uni Kassel Unbefristet!, der Fachgruppe Hochschule und Forschung der GEW Hamburg und den Initiator*innen des hamburgweiten Vernetzungstreffens des Mittelbaus

Die kontinuierliche Unterfinanzierung vieler Bereiche der Hochschulen in Deutschland ging in den vergangenen Jahren mit prekären Beschäftigungsverhältnissen einher. Ein großer Teil des wissenschaftlichen Personals an deutschen Hochschule ist befristet angestellt. Zu tarifvertraglich geregelten befristeten Beschäftigungsverhältnissen (z.B. wissenschaftlicher Mitarbeiter*innen an Lehrstühlen oder in Drittmittelprojekten) kommen semesterweise vergebene Lehraufträge und wissenschaftliche Hilfskräfte, für die kein Tarifvertrag gilt und die daher in der Regel schlechter bezahlt und kürzer befristet werden. Im technischen und im administrativen Bereich ist eine Daueranstellung ebenfalls nicht gesichert. Befristete Arbeitsverträge greifen auch hier weiter um sich, etwa aufgrund der zunehmenden Bedeutung von Drittmitteln und damit befristet finanzierter Projekte. Für die prekär Beschäftigten, so die Initiative „Uni Kassel Unbefristet!“, heißt das „ständige Unsicherheit, Arbeitsüberlastung und häufig Pendeln aus allen Teilen der Republik – mit den entsprechenden Folgen für Freundschaften und Familien. Für die Festangestellten bedeuten die zunehmenden Befristungen häufig weitere Überlastung und Arbeitsverdichtung.“ Leistungsdruck, Vereinzelung und Abhängigkeitsverhältnisse werden durch die prekären Bedingungen deutlich verschärft.

Aus Protest gegen die prekäre Situation der Beschäftigten des so genannten ‚Mittelbaus‘ - wissenschaftlicher Mitarbeiter*innen, Lehrbeauftragter, Promovierender, Lehrkräfte für besondere Aufgaben –, aber auch der studentischen Hilfskräfte sind in den vergangen Jahren an vielen Hochschulen gewerkschaftliche Initiativen entstanden, die sich für verbesserte Arbeitsverhältnisse einsetzen.

Auf der Veranstaltung wollen wir mit dreien von ihnen über ihre Erfahrungen und Strategien der gewerkschaftlichen Organisierung diskutieren: der alternativen Gewerkschaft unter_bau,  die an der Goethe-Universität Frankfurt „antritt, um die Hochschule gründlich und grundlegend aufzuwühlen“, der Fachgruppe Hochschule und Forschung der GEW Hamburg, die sich u.a. dafür einsetzt, starke Abhängigkeiten und/oder atypische bis prekäre Beschäftigungsverhältnisse des Mittelbaus zu überwinden sowie Uni Kassel Unbefristet!, die sich mit Unterstützung von GEW und ver.di für die Entfristung von wissenschaftlich wie technisch-administrativen Beschäftigten an der Uni Kassel engagieren. Darüber hinaus werden Initiator*innen des hamburgweiten Vernetzungstreffen des Mittelbaus, das Teil des „Netzwerks für Gute Arbeit in der Wissenschaft“ (NGAWiss)  werden möchte, über ihre Pläne in Hamburg berichten.

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