27. Februar 2020 Diskussion/Vortrag Das Logo der Antifaschistischen Aktion. Eine politische Formengeschichte

Information

Veranstaltungsort

Barboncino
St. Pauli Fischmarkt 27
20359 Hamburg

Zeit

27.02.2020, 20:00 - 22:00 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, Erinnerungspolitik / Antifaschismus, Parteien- / Bewegungsgeschichte, Neonazismus / Rassismus, Kommunikation / Öffentlichkeit, Kunst / Performance

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Das Logo der Antifaschistischen Aktion. Eine politische Formengeschichte

Das Zeichen der Antifaschistischen Aktion – zwei wehende Fahnen im Kreis – gehört zum Arsenal bekannter politischer Symbole. Auf nahezu jeder linken Demonstration ist es in unzähligen Variationen auf Fahnen, Transparenten und Buttons zu sehen. Für seine Trägerinnen steht das Emblem für einen parteifernen unabhängigen Antifaschismus. Für ein breiter werdendes Spektrum von rechts außen bis in die bürgerliche Mitte ist es das Erkennungszeichen einer verhassten radikalen Linken. Als die Abgeordnete Martina Renner (Die Linke) das Emblem während einer Rede im Bundestag trug, brüllte zunächst die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel „Sie haben etwas von Antifa! Der Anstecker! Das ist verboten!“ und „Das ist Linksterrorismus“. Daraufhin wurde Renner vom Bundestagsvizepräsidenten Wolfgang Kubicki (FDP) gemaßregelt: „Die Kollegin trägt am Revers einen Sticker der Antifa, ich erteile ihr daher einen Ordnungsruf“. Das Antifa-Logo störe die Würde des Hauses. 

Dieses Zeichen, das die Würde des Bundestages stören soll, lässt sich bis ins „Bauhaus“ zurückverfolgen, dessen Gründung vor 100 Jahren derzeit bundesweit mit Ausstellungen, Festivals, Publikationen und Festreden staatstragend bejubelt wird. 2020 geht das zusammen. 

Mindestens 60 Bauhäuslerinnen wurden direkte Opfer rechter Ideologie, saßen in Gefängnissen und Konzentrationslagern, viele konnten vor den Nazis fliehen. Einige arrangierten sich mit den Rechten, gehorchten ihnen oder verstummten. 19 Bauhäuslerinnen wurden in der Shoa ermordet oder in den Tod getrieben. Mehrere gingen in den Widerstand — einer von ihnen war Max Gebhard.

Der Dessauer Bauhäusler gestaltete 1932 unter Regie von Max Keilson das Signet der Antifaschistischen Aktion, in dem die Einflüsse des Bauhauses klar zu erkennen sind. Bis heute ist es weltweit verbreitet und in vielfältigen Abwandlungen zu finden, so dass das Logo der Antifaschistischen Aktion als eines der bekanntesten Werke eines Bauhäuslers gelten kann.

Schroeter & Berger haben sich 2005 an der Bauhaus-Universität Weimar kennengelernt und arbeiten als Kollektiv in Berlin. Sie werden über die visuellen Erscheinungsbilder, die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte des Antifa-Logos und den Bauhäusler Max Gebhard berichten.

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