Zum Hauptinhalt springen

Dokumentation : Seismographen des Wandels

2. Teil einer Veranstaltungsreihe zu Migration und Flucht

Wichtige Fakten

Datum
28.10.2021
Themenbereiche
Geschichte, Deutsche / Europäische Geschichte, Krieg / Frieden, Migration / Flucht

Details

Eine niederländische Lehrerin führt eine Gruppe von geflüchteten Kindern an, die gerade aus einem Schiff in den Tilbury Docks in Essex ausgestiegen sind (1945).

Geschichten von Fliehenden ähneln den Botenberichten des klassischen Dramas: In ihnen verdichten sich planetarische Konflikte, gestern wie heute. Bereits Bertolt Brecht, der vom sowjetischen Wladiwostok im Juni 1941 den Pazifik überquert hatte und im kalifornischen Santa Monica angekommen war, sah „auf dem letzten Boot“ eine neue „Landschaft des Exils“, so der Titel seines Ankunftsgedichts, in dem er sich und seinesgleichen als „Boten des Unglücks“ bezeichnete. Als solche sind Geflüchtete nicht nur Seismographen einer Epoche, die von jeher durch historische Ereignisse und Unglücke gekennzeichnet ist, sondern sie prägen zunehmend die Erinnerungskulturen in den großen Städten, die dem Turm von Babel ähneln. Oft flieht man dorthin, wohin andere zuvor ausgewandert sind.


In Berlin eröffnete das Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung und ein Exilmuseum entsteht. Diese neuen Erinnerungskulturen, die sich auch in Büchern oder Filmen zeigen, in Auseinandersetzungen im Alltag und in der Wissenschaft, wollen wir in Wort, Bild und Ton erkunden, darstellen und diskutieren.

Nach der Auftaktveranstaltung vom 7.10.2021 mit Jeanine Meerapfel, Marion Detjen und Achim Engelberg diskutieren jetzt:

  • Wenzel, Liedermacher und Autor, interpretiert Lieder von Geflüchteten gestern (Theodor Kramer, Hanns Eisler) und schreibt Songs über Geflüchtete heute. Er stellt sein Buch „Konrad Wolf. Chronist im Jahrhundert der Extreme“ (Die Andere Bibliothek) vor mit seiner Co-Autorin Antje Vollmer
  • Laura Laabs, Regisseurin (zuletzt das Hörspiel „Verschwundene Tage“, SWR) zeigt ihren Film „Enkel der Geschichte“ über Sibylle Gerstner, Namensgeberin und Gründerin der DDR-Modezeitschrift „Sibylle“, die von der Enkelin charakterisiert wird als „zu jüdisch für die Nazis, zu bürgerlich für die DDR, zu links für die BRD“.
  • Achim Engelberg, Publizist und Buchautor, führt durch den Abend und liest eine Passage aus seinem aktuellen Buch „An den Rändern Europas“ (DVA/Penguin Random House) über Flüchtlinge gestern und heute

Seismographen des Wandels II. Migration, Flucht, Erinnerungen

Details: Seismographen des Wandels II. Migration, Flucht, Erinnerungen

Aufzeichnung der Veranstaltung vom 28. Oktober 2021 in der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Ähnliche Veranstaltungen

Linkes Bündnis gegen alte Eliten, 18 Juni 2026

: Diskussion/Vortrag

Hamburg18:30 Uhr

100 Jahre Volksentscheid zur Fürstenenteignung

Auschwitz – Erkundungen und Annäherungen, 02 August 2026 - 08 August 2026

: Bildungsreise ausgebucht

OŚWIĘCIM

Gedenkstättenfahrt nach Kraków und Oświęcim

"CALIFA oder die Liebe zu einer Starkstrom Technikerin", 01 September 2026

: Lesung/Gespräch

20357 Hamburg19:30 Uhr

von Justin Steinfeld