HH Nachrichten

Die Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg ist nun 25 Jahre alt. Aus diesem Anlass veranstalteten wir gemeinsam mit der RLS Schleswig-Holstein und der RLS Mecklenburg-Vorpommern einen Fotowettbewerb mit dem Titel "Klassenkämpfe der Gegenwart: Wir gegen die oder die gegen uns?“.

Die Gesellschaft, in der wir leben, ist geprägt von Klassenwidersprüchen. Auch heute noch gibt es Besitzende von Produktionsmitteln und diejenigen, die nichts haben außer ihrer Arbeitskraft. Der Zwang zu Profitmaximierung in neoliberalen kapitalistischen Systemen führt somit im Firmenmanagement zu Lohndrückerei und zu Konflikten, die sich auf verschiedenste Weise in unserem Leben niederschlagen. Nicht nur bei Tarifverhandlungen, Bahnstreiks und der Frage, wie viel du in deinem Minijob verdienst, werden diese Widersprüche sichtbar. Auch in unserem alltäglichen Leben, beim Shoppen in der Innenstadt, beim Spaziergang durch wohlhabendere Viertel oder auch bei der Erledigung der Einkäufe begegnet uns Obdachlosigkeit und Armut genauso wie absurder Reichtum.

Die Aufgabe war es, diese Momente des Klassenkampfs fotografisch einzufangen, ob von “oben“ oder von „unten“, als aktiver Kampf oder passive Beobachtung von Repressionen und Klassengegensätzen. Die Fotos sollen durch die bildliche Darstellung das Klassenbewusstsein stärken und die Klassenwidersprüche greifbar machen.

Im Folgenden bekommt ihr einen Einblick in die besten neun Einreichungen, die die Jurorinnen

  • Marily Stroux, Fotografin
  • Prof. Dr. Anja Steidinger, Künstlerin und Professorin an der HfBK Hamburg
  • Michaela Klingberg, Politologin, Kulturforum RLS Berlin
  • Paula Möller, Arbeiterin und Aktivistin
  • Anette Kruse, Künstlerin und Kommunikationsdesignerin, Vorstandsmitglied der RLS Hamburg

ausgewählt haben.

Platz 8

Titel: Bullen und Tauben

von Linda Böttcher

Das Bild zeigt die Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht Gedenkdemo. Polizisten gehen neben der Demonstration her. Tauben fliegen über der Demo.

Platz 7

Titel: Anfang eines Widerstands - großer Bildungsstreiktag 2023

von Nane Valerie Pleger

Menschen ziehen mit Plakaten, Fahnen und in Warnwesten vors Bundesverwaltungsgericht. Es ist der große Bildungsstreiktag am 28.11.2023.

Platz 6

Titel: El Vendedor

von Ricardo Bolaños González

Ein großer Teil der überwiegend indigenen Arbeiter:innenklasse Südmexikos arbeitet im informellen Sektor der Tourismusbranche - dort wo Europäer:innen vermeintlich nachhaltigen Urlaub in „ökologischen" Hotels machen.

Platz 5

Titel: (un-)sichtbar

von Hakima Said

Das Foto ist im Sommer 2023 beim Spazieren durch die Sonnenallee in Berlin entstanden.

Platz 4

Titel: homo sacer

von Arian Henning

Das Foto zeigt ein junges afghanisches Mädchen, welches sich in dem brennenden Flüchtlingslager von Moria befindet. Hinter dem Zaun warten UN-Konvois und Hilfsorganisation mit Hilfsgütern. Der Einlass in das Camp wird durch das griechische Militär reglementiert, Hilfsgüter kommen zu diesem Zeitpunkt nur vereinzelt durch. Tausende Menschen warten auf den Straßen und haben in dem Feuer alles verloren – über mehrere Wochen werden sie auf der Straße verbringen, bis die griechische Regierung sie in das nächste Camp zwingt.

Platz 3

Titel: Streiktag

von Lena Stefanowitsch

Demonstrierende auf der Streikdemo des TV-Stud für einen Tarifvertrag für studentische Hilfskräfte.

Platz 2

Titel: đoàn kết / solidarity / solidarität

von Ngọc Anh Phan

Im Sommer 2020 habe ich meine Eltern wieder in Chemnitz besucht und war mit meinem Papa Haare schneiden. Das Bild zeigt ihn und die Friseurin in einem Raum des ehemaligen VEB Spinnereimaschinenbaus in Altchemnitz. Der Ort hat verschiedene Bedeutung – zum einen war es der Arbeitsplatz meines Papas Ende der 80er als Vertragsarbeiter, zum anderen ist es auch heute noch der Arbeitsplatz von einigen vietnamesischen Großhändler*innen sowie Unternehmer*innen. Auch die Friseurin arbeitet noch dort und schneidet vor allem Haare von vielen vietnamesischen Menschen 1. Generation oder anderen migrantischen Personen, die in den letzten Jahren für das Studium oder ihre Ausbildung nach Chemnitz gezogen sind. Da sie ihre Dienstleistungen zu sehr niedrigen Preisen anbietet, zeigt dieser Moment für mich zudem eine große Solidarität sowie Unterstützung füreinander.

Platz 2

Titel: Die Bildung

von Benazir Hossaini

Ich bin Beni, ein 19-jähriges Teenager-Mädchen aus Afghanistan.

In diesen neunzehn Jahren war ich aufgrund der Situation in meinem Land viele Jahre lang Einwanderer.

Nachdem wir fünf Jahre in Afghanistan und zehn Jahre im Iran gelebt hatten, entschieden wir uns, nach Europa zu kommen

Wir waren zweieinhalb Jahre in Griechenland und im Lager Filippiada.

Da ich weder eine Schule noch einen Lehrer hatte, beschloss ich, Frauen und Kindern persönlich das Lesen und Schreiben in Farsi und Englisch beizubringen.

Ich hatte viele Schüler und dieses Foto wurde 2021 aufgenommen.

Platz 1

Titel: Manuelle Arbeit

von Dorian Schmalhofer

Das Bild ist im Futurium entstanden. Die Ausstellung dort hat einen technikfrommen Einschlag. Zumindest die Putzarbeit wird dort aber wohl noch manuell verrichtet.

Nicht nur interpretieren, auch verändern! Politikakademie für junge Aktive

Die Welt scheint aus den Fugen: globale Erderhitzung, bittere Armut neben gewaltigem Reichtum, rassistische und sexistische Gewalt, Wahlerfolge von Rechten, Krieg und Militarisierung, rücksichtslose Ausbeutung von Mensch und Natur. Zugleich erfahren Menschen immer wieder, dass es sich lohnt, für eine solidarische Gesellschaft zu streiten. Denn eine andere Welt ist möglich, vielerorts kommt sie schon jetzt zum Vorschein.

Doch wer die Welt zum Besseren verändern will, braucht Antworten auf grundlegende Fragen: Warum gibt es Rassismus und Diskriminierung? Was können wir gegen die Klimakrise tun? Wieso ist der Kapitalismus so krisenanfällig und doch so stabil? Was haben uns sozialistische Denker*innen wie Karl Marx oder Rosa Luxemburg heute noch zu sagen? Oder willst du wissen, wie du mehr Mitstreiter*innen und Verbündete für deine politische Gruppe gewinnen und eure politische Arbeit vor Ort noch wirkungsvoller machen kannst?

Sechs Tage lang möchten wir uns diesen und vielen anderen Fragen stellen. Wir wollen gemeinsam lernen, miteinander streiten und zusammen Spaß haben. Abends grillen wir, schauen politische Filme und kommen mit spannenden Gästen ins Gespräch. Du lernst andere junge Leute kennen, und auch zum Entspannen bleibt Zeit.

Dieser Kurs bietet linken Aktivist*innen wie dir die Gelegenheit, sich mit anderen politisch Engagierten theoretisches Wissen, analytische Fähigkeiten und praktisches Handwerkszeug anzueignen, um gesellschaftlichen Wandel mitzugestalten.


PROGRAMM

  • Sonntag, 29. September 2024:
    Anreise, Orga und gegenseitiges Kennenlernen
  • Montag, 30. September 2024 :
    Linke Geschichte und mein politisches Projekt
  • Dienstag, 01. Oktober 2024:
    Wie funktioniert der Kapitalismus? Welche Funktion hat der Staat im Kapitalismus?
  • Mittwoch, 02. Oktober 2024: 
    Zur Auswahl: Wie retten wir das Klima? oder: Wie funktioniert Rassismus?
  • Donnerstag, 03. Oktober 2024: 
    Zur Auswahl: Wer ist die Neue Rechte und wie können wir sie bekämpfen? oder: Welche Kämpfe haben Feminist*innen gestern und heute geführt?
  • Freitag, 04. Oktober 2024:
    Strategien, um die Welt zu verändern
  • Samstag, 05. Oktober 2024:
    Strategien, um die Welt zu verändern II + Abreise


Für Samstag den 14. September laden wir zu einem Kennenlerntag in Hamburg ein. Den genauen Veranstaltungsort in Hamburg teilen wir rechtzeitig mit. 


TEILNEHMEN AN DER «POLITIKAKADEMIE FÜR JUNGE AKTIVE»

Der Kurs richtet sich an jüngere, in Parteien, Initiativen, Politgruppen, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen aktive Menschen. Es können 25 Personen teilnehmen. Wir achten auf Geschlechterquotierung und auf eine regionale Verteilung der Teilnehmer*innen aus Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

Neugierig geworden? Bewirb dich jetzt! Die Teilnahmegebühr für den gesamten Kurs beträgt 50 Euro und beinhaltet Unterkunft, Verpflegung und Materialien.
Die Unterkunft ist barrierefrei. Bitte kontaktiert uns für diesbezügliche Absprachen. Es werden Doppelzimmer für die Teilnehmenden zur Verfügung gestellt. Die Zimmer sind nach Geschlecht getrennt. Belegungswünsche sind möglich. Bewerbungsschluss ist der 01. Juni 2024. Bitte bei der Bewerbung gleich angeben, falls Unterstützung (Assistenz oder Gebärdendolmetschen o.ä.) gewünscht wird.


Bildungsurlaub/Bildungsfreistellung: Vom Arbeitgeber für politische Bildung freistellen lassen und weiterhin Lohn beziehen? Unser Seminar wird als Bildungsurlaub/Bildungsfreistellung angeboten (Antragsverfahren in den Bundesländern läuft).


BEWERBUNGSUNTERLAGEN

Für die Bewerbung bitten wir neben Angaben zur Person darum, dass ihr uns kurz eure bisherigen politischen Schwerpunkte und Aktivitäten nennt und begründet, warum ihr an diesem Kurs teilnehmen möchtet. Gern könnt ihr ein Empfehlungsschreiben (insbesondere von Organisationen und Personen aus eurem politischen Umfeld) beifügen.


BEWERBUNGEN ELEKTRONISCH AN:

Email: politakademienord@rosalux.org

Eure Fragen zur Politikakademie beantworten:

  • Andreas Merkens (Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg): 040/28003709
  • Katharina Schlaack (Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern): 0381/4900450
  • Uli Schippels (Rosa-Luxemburg-Stiftung Schleswig-Holstein): 0431/2607043

Ein gemeinsamer Kurs der Rosa-Luxemburg-Stiftungen Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

Der Politikakademie-Folder zum herunterladen.

Die Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg bietet zwei thematische Schulprojekttage an:

  • Projekttag „Woher kommen Reichtum und Armut in unserer Welt?“
  • Projekttag „Sinti und Roma – verfolgt in der NS-Zeit, ausgegrenzt bis heute – der lange Kampf gegen Antiziganismus“

Beide Projekte können bei uns gebucht und entweder über regulär vorhandene Mittel in den Budgets der Schulen oder aber über Mittel aus dem Aktionsprogramm „Schule gestaltet politische Bildung“ der Landeszentrale für Politische Bildung finanziert werden.

Aktueller Förderzeitraum ist das Schuljahr 2024/25 und 2025/26. Nächsten Stichtag für die Antragsstellung ist der 26. April 2024. Jede Maßnahme kann mit bis zu 5.000 Euro finanziert oder bezuschusst werden.

Ansprechpartnerin für die Beantragung ist Frau Melanie Braun, Programmkoordination „Schule gestaltet politische Bildung“ bei der Landeszentrale für politische Bildung: melanie.braun@bsb.hamburg.de

Bei inhaltlichen Rückfragen zu unseren Projekten und bei Buchung unserer Projektage nehmen Sie bitte den Kontakt zur Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg auf:

Über Email: projekttag@rls-hamburg.de oder telefonisch unter: 040-2800370

Die Projekttage im Detail:

Bildungsurlaub - Mein gutes Recht!

Die von uns veranstalteten Bildungsurlaubsveranstaltungen sind nach dem Hamburger Bildungsurlaubsgesetz als Bildungsurlaub anerkannt. Nach diesem Gesetz haben alle Arbeitnehmer_innen einen Rechtsanspruch auf fünf Werktage Bildungsurlaub im Jahr.

Bildungsurlaub dient der beruflichen wie der politischen Bildung. Der Inhalt muss nicht notwendig im Zusammenhang mit der ausgeübten beruflichen Tätigkeit stehen.  Der Bildungsurlaub wird zusätzlich zum Jahresurlaub gewährt. Nur aus dringenden betrieblichen Gründen darf der Arbeitgeber einen Antrag auf Bildungsurlaub ablehnen. Der Arbeitgeber trägt dabei die Freistellung von der Arbeit und zahlt das Arbeitsentgelt fort. Die Kursgebühren sind vom Teilnehmer zu zahlen.

Wie beantrage ich Bildungsurlaub?

Die angemeldeten Teilnehmer_innen der Bildungsreise erhalten von uns eine Anmeldebestätigung und den Anerkennungsbescheid der Behörde. Beide Dokumente sind bei Beantragung der Freistellung dem Arbeitgeber vorzulegen. Der Antrag auf Freistellung soll dem Arbeitgeber spätestens sechs Wochen vor Beginn der Bildungsreise vorliegen. Nach Beendigung der Reise erhalten alle Teilnehmer_innen von uns eine Bescheinigung, die dem Arbeitgeber auf verlangen vorzulegen ist.

Bildungsurlaub machen ! Erklärvideo DGB Bildungswerk.

Natürlich können auch Personen ohne rechtlichen Anspruch auf Bildungsurlaub an unseren Reisen teilnehmen!

Projekttag „Woher kommen Reichtum und Armut in unserer Welt?“

Fragen nach der Verteilung des Wohlstandes und der Folgen, der offensichtlich ungleichen Verteilung, sind wieder verstärkt in den Blick des öffentlichen Interesses und der politischen Auseinandersetzung gerückt. Soziale und ökonomische Ungleichheit sind globale Phänomene, was neue Studien immer wieder belegen. Anfang dieses Jahres meldete die Hilfsorganisation Oxfam, dass extremer Reichtum und extreme Armut gleichzeitig zugenommen hätten und das reichste Prozent der Weltbevölkerung seinen Reichtum massiv steigerte.

Für Deutschland ergibt sich das gleiche Bild: Die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung verfügen über 50% des gesamten Nettovermögens in Deutschland. Die Hälfte der Haushalte in der Bundesrepublik gilt als „vermögensarm“. Ihr Anteil am Nettovermögen betrug laut Bundesbank 2021 nur 1,2 Prozent. Entsprechend stellte der DGB 2021 fest: Die Einkommensarmut ist kein Randphänomen, sondern stellt ein gesamtgesellschaftliches Problem dar. Derzeit gilt jede:r Sechste als einkommensarm. Im Jahr 2022 nutzten 1,1 Millionen Menschen die Angebote der Tafeln, seitdem melden sie eine Überlastung aufgrund der hohen Nachfrage.

Die reichsten Deutschen, die Familie Reimann, Beate Heister und Karl Albrecht jr. von Aldi Süd, Klaus-Michael Kühne oder Dieter Schwarz, werden kaum in den Schlangen der Bedürftigenspeisung gesehen werden. Ihre Stimmen, so sie sich denn in die Öffentlichkeit begeben, finden schnell Gehör und Zugang in den Medien. Ihr Reichtum steigt und steigt – ist es ihr privater Verdienst, ihr Fleiß oder gar ihre Gier, die sie reich macht und reicher werden lässt?

Oder liegt nicht viel mehr eine wesentliche Ursache in unserer Wirtschaftsordnung der Reiche wie Arme, Arbeitgeber:innen wie Arbeitnehmer:innen unterworfen sind? Wie funktioniert ein wirtschaftliches System, das landläufig als ‚Kapitalismus‘ bekannt ist? Die Mythen und Bilder sind vielfältig. Dass Arbeiternehmer:innen und Arbeitgeber:innen in zentralen Fragen Interessensgegensätze haben und Interessenskonflikte austragen, kann jeder Mensch mit Eintritt in die Arbeitswelt unmittelbar erfahren.

Doch sind es die Spieler:innen in dem Spiel, die den Reichtum der Einen und die Armut der Anderen verantworten, oder sind es die Regeln des Spiels?

Der Workshop beruht auf den erprobten Bildungsmaterialien „The Winner Takes it All?“[1] und „Kapitalismus für Einsteiger:innen“[2]. Ihre Erarbeitung, Erprobung und ihr Einsatz auch im Bereich der schulischen wie außerschulischen Bildung wurden zum einen von Brot für die Welt, der AWO, dem Bildungsjugendwerk der AWO und Epiz Globales Lernen in Berlin und zum anderen durch die Rosa Luxemburg Stiftung gefördert.

Beide Materialienpakete folgen dem Beutelsbacher Konsens, der richtungsweisend für politische Bildung, auch in Schulen, ist.

Der Workshop soll Schüler:innen der Klassenstufen 9 und 10 sowie Schüler:innen der beruflichen Schulen ansprechen und ist für die Personenzahl einer Klasse ausgerichtet.

Der A-Teil der Hamburger Bildungspläne stellt im Bereich 3.2 Bildung für nachhaltige Entwicklung schon selbst heraus, dass in unserer Gesellschaft eine „Entwicklung von Arm und Reich“ vorzufinden ist. Die Ausrichtung auf eine nachhaltige Entwicklung geht über ökologische Fragen hinaus, und „bedeutet, Aktivitäten in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt an den Kategorien der Zukunftsfähigkeit und Gerechtigkeit auszurichten.“ Durch Bildung für nachhaltige Entwicklung sollen Schüler:innen „in die Lage versetzt und zugleich motiviert werden,“ entsprechend der Prämissen von einem gerechten und gleichberechtigten Zugang zu planetarischen Ressourcen, „zu handeln.“

Konkret heißt es in den Bildungsplänen für Politik/Gesellschaft/Wirtschaft an Stadtteilschulen Jahrgangsstufen 7-11 bzw. am Gymnasium Sekundarstufe I: „Die Schülerinnen und Schüler erwerben Einsichten in gesellschaftliche Strukturen und Prozesse. […] [Sie] reflektieren ihre eigene Rolle als Wirtschaftssubjekte, v. a. also als Konsumenten. […] Ökonomische Bildung unterstützt die Schülerinnen und Schüler bei der Planung ihrer Lebensentwürfe und dabei, sich den Herausforderungen des technischen und ökonomischen Strukturwandels aktiv zu stellen. […] Die Schülerinnen und Schüler erkennen die internationale Dimension politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Handelns. Sie lernen, dass Entscheidungen auf der regionalen, nationalen und europäischen Ebene nicht nur miteinander verflochten sind, sondern zunehmend auch durch internationale Interessen und Entwicklungen beeinflusst werden. Sie erfahren, dass angesichts globaler Probleme und Konflikte globale Lösungswege gesucht, entsprechende Institutionen geschaffen und Vereinbarungen getroffen werden müssen.“

Die Schüler:innen werden mithilfe von verschiedenen kreativen und partizipativen Methoden wie Planspielen, Plenumsdiskussionen, Kleingruppen, SMS-Umfragen und der Erstellung von Schaubildern in den Workshop miteinbezogen.

Die Methodenvielfalt des Projekttags öffnet die Möglichkeit, in verschiedenen Settings hinsichtlich der in den P/G/W-Bildungsplänen festgehaltenen überfachlichen Kompetenzen Wirkung zu entfalten sowie in der Auseinandersetzung um Armut und Reichtumsbildung die fachlichen Kompetenzen – sozialwissenschaftliche Analysefähigkeit, Perspektiven- und Rollenübernahme, Konfliktfähigkeit, politisch-moralische Urteilsfähigkeit und Partizipationsfähigkeit – zu stärken.

Didaktisch zielt der Projekttag darauf, den Schüler:innen anhand eines spezifischen Inhalts den Raum zu eröffnen, auf ihre erworbenen/im Erwerb befindlichen Kompetenzen bei der Bewältigung der Anforderungssituation der Aufgabenstellung des Projekttags zu nutzen. Durch den thematischen Zuschnitt auf ökonomische Ungerechtigkeit und ihre gesellschaftlich-strukturelle Entstehung und Fortführung, fügt sich der Projekttag in das Ziel der Bildungspläne, die Schüler:innen durch „die Beschäftigung mit politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen und Prozessen“ […] zur aktiven Teilhabe am politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben [zu] befähigen.“

Als zeitlicher Umfang sind knapp sieben Zeitstunden inklusive Pausen angesetzt.

Der Ablauf könnte wie folgt aussehen

  • Begrüßung und Einführung/Erwartungen (20 Min)
  • Plenumsgespräch: Der reichste Mensch (15 Min)
  • SMS-Umfrage „Was tun gegen ökonomische Ungleichheit“  (5 Min)
  • Plenumsgespräch mit Visualisierung: Reiche Menschen der Welt (10 Min - Pause 10‘)
  • Planspiel Unsere Wirtschaftsordnung: Kapitalismus  (120 Min - Pause 60‘)
  • Aufstellung: Entwicklung der Einkommensverteilung in Dtld. (30 Min)
  • Kleingruppenarbeit: #unten (30 Min - Pause 15‘)
  • Kleingruppenarbeit: Ideen für eine gerechtere Welt  (40 Min)
  • Feedback und Abschluss (20 Min)
  • Puffer (30 Min)

Die Kosten belaufen sich auf €1.400.

Zur Durchführung ist es an diesem Tag nötig, dass die Schüler:innen ihre Mobiltelefone mitbringen und zur Absetzung einer Textnachricht nutzen können.

Es wäre wünschenswert auf eine Reihe schulischer Verbrauchsmaterialien wie Papier, Stifte und Schere zurückgreifen zu können.

PDF-Download: Konzept Projekttag „Woher kommen Reichtum und Armut in unserer Welt?“

Projekttag: "Sinti und Roma – verfolgt in der NS-Zeit, ausgegrenzt bis heute – der lange Kampf gegen Antiziganismus"

Sinti und Roma[1] sind seit dem 16. Jahrhundert als Minderheit in Europa urkundlich erwähnt. Sie wurden als fremde Reisende verfolgt und ausgegrenzt. In Westeuropa leben seit vielen Jahrhunderten Sinti-Familien, in Ost- und Südosteuropa leben überwiegend Roma. Sie wurden zusammen mit Gruppen wie den Jenischen im Rahmen der NS-Rassenideologie unter dem abwertenden Zuschreibungsbegriff „Zigeuner“ erfasst, gesammelt, deportiert und ermordet.

„Die Unabhängige Kommission Antiziganismus stellt fest, dass aufgrund der historischen und empirischen Befunde Antiziganismus als ein eigenständiges Macht- und Gewaltverhältnis zu qualifizieren ist. Antiziganismus hat sich in einer jahrhundertelangen Geschichte herausgebildet und zu Ausprägungen geführt, die sich von anderen Formen rassistischer Diskriminierung deutlich unterscheiden. Die Notwendigkeit einer Unterscheidung ist nicht zuletzt aufgrund des an [Sinti und Roma] begangenen nationalsozialistischen Völkermords sowie der sogenannten Zweiten Verfolgung nach 1945 in der Bundesrepublik evident.“[2]

Die Kenntnisse über die Geschichte und Lebensrealität der Sinti und Roma sind in Deutschland nach wie vor lückenhaft und insgesamt gering. Durch Aufklärung, Information und Angebote zur individuellen Identifikation soll nicht nur das Wissensdefizit verringert werden, sondern auch die Möglichkeit geschaffen werden, einen Perspektiv- bzw. Haltungswechsel gegenüber der Minderheit bei den Schüler*innen anzustoßen.

Die Verfolgung der Sinti und Roma während der NS-Zeit ist bisher in geringem Umfang Bestandteil der Hamburger Lehrpläne. Allerdings erarbeitet die Stadt Hamburg im Auftrag der Bürgerschaft zurzeit eine Hamburger Strategie gegen Antiziganismus, die weitergehende Forderungen an die Vermittlung der Geschichte und Gegenwart der Minderheit in den Schulen enthalten wird.

Der Projekttag richtet sich an Schüler*innen ab Jahrgangsstufe 11 und ist für die Personenzahl einer Klasse ausgerichtet.

Die Schüler*innen werden mithilfe von verschiedenen kreativen und partizipativen Methoden wie Zeitstrahl-Spiel, Plenumsdiskussionen, Kleingruppen und der Erarbeitung von Quellentexten in den Projekttag miteinbezogen. Daneben stehen Teile mit Frontalvortrag und Filmvorführung.

Durch die Verwendung von Quellentexten insbesondere aus dem Buch „Zwei Welten“[3], Interviewsequenzen und Selbstzeugnissen werden den Schüler*innen einerseits zahlreiche Informationen „aus erster Hand“ vermittelt, andererseits handelt es sich vor allem um Dokumente von Lebens- und Leidenserfahrungen einzelner Personen, die helfen von der abstrakten Betrachtung einer Gruppe zur empathischen Identifikation mit dem Individuum zu gelangen.

Vom Landesverein der Sinti in Hamburg werden je nach personeller Verfügbarkeit ein bis zwei Referent*innen gestellt. Die Referent*in kann sowohl eine Angehörige Minderheit sein als auch eine Angestellte des Landesvereins aus der Mehrheitsgesellschaft. Diese Rollen werden jeweils bei der Auswahl der biografischen Angebote berücksichtigt.

Als zeitlicher Umfang sind knapp sieben Zeitstunden inklusive Pausen angesetzt.

Der Ablauf könnte wie folgt aussehen:

  • Selbstvorstellung Referent*in – Herstellung eines persönlichen Bezugs zum Thema
  • Vorstellungsrunde unter Berücksichtigung einer zum Thema hinführenden Leitfrage
  • Zeitstrahl-Spiel – Chronologische Ordnung von Ereignissen aus der Geschichte der Sinti und Roma
  • Input Historischer Überblick
  • Film „Wir haben doch nichts getan“
  • Diskussion zum Film

Pause

  • Input: Der Völkermord an den Sinti und Roma unter Bezugnahme auf den Film und das anschließende Gespräch
  • Diskussion
  • Input: Die Geschichte von Rigoletto Weiß
  • Diskussion

Pause

  • Gruppenarbeit mit Grafic Novel „Oh Porajmos!“
  • Diskussion
  • Optional nach Zeit- und Diskussionsverlauf: Quellenarbeit „Jorkim Kirsch“
  • Diskussion

Pause

  • Input Bericht UKA
  • Gruppenarbeit Bericht UKA
  • Input: Tageszusammenfassung
  • Abschlussdiskussion

Die Kosten für den Projekttag belaufen sich auf €1.200.

Der Projekttag wird in Kooperation mit dem Landesverein der Sinti in Hamburg angeboten.


[1] Die jüngst vermehrt verwendete Bezeichnung „Sint:ezze und Rom:nja“ nimmt den Trend der gendergerechten Sprache auf. Allerdings handelt es sich bei den verwendeten Begriffen „Sinti“ bzw. „Roma“ und den entsprechenden Pluralbildungen eben nicht um gängige – wie in der deutschen Sprache – eindeutig männliche Wörter, sondern um Konstruktionen aus Elementen einer nicht deutschen Sprache, die zahlreiche Varianten für Genus und Numerus beinhaltet. Hier mit wissenschaftlicher Eindeutigkeit die „korrekte“, gendergerechte Ableitung zu bilden, gleicht nur allzu sehr der im Folgenden beschriebenen Haltung der Mehrheitsgesellschaft, der Minderheit ihre Sicht der Welt (ausgedrückt durch Sprache) überzustülpen. Aus diesem Grund werden im Folgenden die Bezeichnungen „Sinti“ und „Roma“ in dieser Form verwendet. Diskriminierende Bezeichnungen wie „Zigeuner“ erscheinen selbstverständlich nur als Quellenbegriff in Anführungszeichen. Vgl.: Weiß, Arnold/Michelsen, Jakob/Terfloth, Moritz/Weinrich, Boris: Zwei Welten. Sinti und Roma – Schritte zur Anerkennung als NS-Verfolgte und antiziganistische Kontinuität. Herausgegeben vom Landesverein der Sinti in Hamburg e. V., Berlin: Metropol 2022, S. 18.

[2] UKA: Perspektivwechsel – Nachholende Gerechtigkeit – Partizipation. Bericht der Unabhängigen Kommission Antiziganismus, 2021. www.bundesregierung.de/breg-de/suche/perspektivwechsel-nachholende-gerechtigkeit-partizipation--1944614.

[3] Weiß, Arnold/Michelsen, Jakob/Terfloth, Moritz/Weinrich, Boris: Zwei Welten. Sinti und Roma – Schritte zur Anerkennung als NS-Verfolgte und antiziganistische Kontinuität. Herausgegeben vom Landesverein der Sinti in Hamburg e. V., Berlin: Metropol 2022. Zu beziehen über die Landeszentrale für Politische Bildung Hamburg.


Die Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg ist Mitglied von Weiterbildung Hamburg und seit 2011 als Träger politischer Bildung in Hamburg von der Landeszentrale für politische Bildung anerkannt.

Kontakt

Fragen zum Thema Bildungsurlaub beantwortet

Andreas Merkens

Referent für Politische Bildung

Rosa Luxemburg Stiftung / Regionalbüro Hamburg

Alstertor 20, 20095 Hamburg

Tel: (040) 28003709 / Mobil: 0152 09088642

„Klassenkämpfe der Gegenwart: Wir gegen die - Die gegen uns“

Im Frühjahr 2024 wird die Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg 25 Jahre alt. Aus diesem Anlass veranstalten wir gemeinsam mit der RLS Schleswig-Holstein und der RLS Mecklenburg-Vorpommern einen Fotowettbewerb mit dem Titel „Klassenkämpfe der Gegenwart: Wir gegen die - Die gegen uns“.  Die Gesellschaft, in der wir leben, ist geprägt von Klassenwidersprüchen.  Auch heute noch gibt es Besitzende von Produktionsmitteln und diejenigen die nichts haben außer ihrer Arbeitskraft. Der Zwang zu Profitmaximierung in neoliberalen kapitalistischen Systemen führt somit im Firmenmanagement zu Lohndrückerei und zu Konflikten, die sich auf verschiedenste Weise in unserem Leben niederschlägt. Nicht nur bei Tarifverhandlungen, Bahnstreiks und der Frage, wie viel du in deinem Minijob verdienst werden diese Widersprüche sichtbar. Auch in unserem alltäglichen Leben, beim Shoppen in der Innenstadt, beim Spaziergang durch wohlhabendere Viertel oder auch bei der Erledigung der Einkäufe begegnet uns Obdachlosigkeit und Armut genauso wie absurder Reichtum.

Deine Aufgabe ist es, diese Momente des Klassenkampfs fotografisch einzufangen. Die  Perspektive  und  Sichtweise  überlassen  wir  deiner  Kreativität  ;  ob  von “oben“  oder  von „unten“, als aktiver Kampf oder passive Beobachtung von Repressionen und Klassengegensätzen. Die Fotos sollen durch die bildliche Darstellung das Klassenbewusstsein stärken und die Klassenwidersprüche greifbar machen.

Wer kann teilnehmen?

Solange du zwischen 15 und 28 bist, freuen wir uns über deine Teilnahme! Vorwissen im Bereich Fotografie musst du nicht mitbringen. Das einzige, was du benötigst, ist Interesse an dem Thema und Lust an Fotografie. Wir sind gespannt auf deine Umsetzung!

Wann geht’s los?

Der Wettbewerb startet am 06.11.23. Die Einsendefrist endet am 20.01.24 um 24 Uhr Die Einsendung erfolgt via E-Mail. Die hierfür zu verwendende Mail-Adresse lautet: Fotowettbewerb@rls-hamburg.de

Die Jurorinnen:

Die Jury setzt sich aus Künstlerinnen, Fotografinnen, Aktivistinnen und Politologinnen zusammen, von denen einige Mitglieder der Rosa-Luxemburg-Stiftung sind. Somit wird dein Foto aufgrund seiner fotografischen, künstlerischen aber auch inhaltlichen Stärke bewertet.

Die Jurorinnen sind

  • Marily Stroux, Fotografin
  • Prof. Dr. Anja Steidinger, Professorin für Kunstpädagogik/Lehramt Grundschule, Gleichstellung Hochschule für bildende Künste Hamburg
  • Michaela Klingberg , Politologin, arbeitet beim Kulturforum der Rosa Luxemburg Stiftung Berlin
  • Paula Möller, Arbeiter:in und Aktivist:in
  • Anette Kruse, Kommunikationsdesignerin und Künstlerin, Vorstandsmitglied der RLS Hamburg

Alle weiteren Informationen findest du auf unserer Website. Wir freuen uns auf deinen Beitrag!

Mobilität der Zukunft – eine Veranstaltungsreihe zur sozial-ökologischen Verkehrs- und Mobilitätswende

Berlin, 29.8.2022. In einem Sonderzug bringen Greenpeace und Campact die Unterschriften von über 435.000 Menschen für eine Nachfolge des 9-Euro-Tickets zu Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP). CC BY-NC 2.0, Foto: Paul Lovis Wagner / Campact

Mobilität und Verkehrswende sind Themen, die unter den Bedingungen einer sich zuspitzenden Klimakrise zentrale Felder im politischen Ringen um bessere Arbeit, ein gutes Leben und eine lebenswerte Zukunft für nachfolgende Generationen sind. Die umkämpften Widersprüche verlaufen zwischen Mobilitätsbedürfnissen und Mobilitätszwängen, zwischen der Produktion von Fahrzeugen und dem Ressourcenverbrauch, zwischen Beschäftigten in der Industrie und den Wirkungen auf das Klima. Die Notwendigkeit der sozial-ökologischen Überwindung dieser Widersprüche stellt sich mit Nachdruck, wo klimapolitische Zeitfenster sich schließen und damit die Möglichkeitsräume einer fortschrittlichen Verkehrspolitik begrenzt sind.  

Diese Herausforderungen sollen im Rahmen der Veranstaltungsreihe diskutiert werden. Wir wollen nach Antworten auf offene Fragen suchen, neue gesellschaftliche Bündnisse der sozial-ökologischen Transformation ausloten und entstehende politische Interventionsräume ausmachen: Was sind die aktuellen Trends in der Transformation der Mobilitätsindustrie (Auto und Schienenfahrzeuge)? Was eint und was unterscheidet Gewerkschaften und Klimabewegung auf dem Weg zur Erreichung des Pariser Klimaabkommen (1,5-Grad-Ziel)? Welche Ansatzpunkte und Handlungsoptionen gibt es dafür in Hamburg? Wie kann eine gemeinsame Strategie für eine gelingende Verkehrswende entwickelt werden. Schließlich, wie kann eine Verkehrs- und Mobilitätswende Teil einer an den sozialen und kulturellen Grundbedürfnissen der Menschen orientierten Transformation von Produktion und Dienstleistungen sein.

Veranstaltet wird die Reihe von der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg in Kooperation mit Ver.di Hamburg, Fridays for Future Hamburg (angefragt), dem Gesprächskreis Zukunft Auto Umwelt Mobilität (ZAUM) der RLS und der W3_Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V.

Die Veranstaltungen im Detail

  • Die Transformation der globalen Automobilindustrie Vorstellung einer Studie zu Trends, Deutungen und sozialökologischen Handlungsstrategien, am 20. September, um 19:00 Uhr in der Werkstatt III.
  • Streitpunkte Hamburger Verkehrspolitik. Eine Fahrradrundfahrt, am 07. Oktober, um 14:00 Uhr.

  • Alternative Strassenbahn - Was damit in Hamburg möglich wäre. Diskussionsveranstaltung am 18. Oktober, um 19:00 Uhr in der Werkstatt III.
  • Für den ÖPNV streiken heißt fürs Klima streiken! Das Bündnis von ver.di und Fridays for Future, am 01. November, um 19:00 Uhr in der Werkstatt III.

  • Workshop zur kollektiven Strategieentwicklung für eine gelingende Mobilitätswende, am 21.November, von 10:00 - 16:00 Uhr, Gängeviertel

     

Bildungsreisen und Bildungsurlaubsseminare mit der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg

Als Veranstalter von Bildungsreisen ist die Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg kein kommerzieller Reiseveranstalter. Als gemeinnütziger, eingetragener Verein arbeiten wir nicht gewinnorientiert. Faire Honorare für Referent*innen und möglichst transparente Kalkulationen gehören zu unserem Selbstverständnis. Im Mittelpunkt der Reisen stehen gesellschafts- und bildungspolitische Anliegen. Grundsätzlich sind alle Reisen offen für jede/n, unabhängig von Partei, Konfessions- oder Organisationszugehörigkeit.

Die Reisegruppen haben mind. 15 und max. 20 Teilnehmende. Sofern nicht anders angegeben, beinhaltet der Teilnahmebeitrag die Unterkunft im Doppelzimmer (Einzelzimmer soweit verfügbar jeweils mit Aufschlag), Programm, Reiseleitung und vor Ort anfallende Transfers und Übersetzung. Die An- und Abreise zum/vom Veranstaltungsort ist selbst zu organisieren.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg veranstaltet seit 2012 Bildungsreisen u.a. nach Istanbul, Athen, Barcelona, Kapstadt und Tel Aviv. Hier einige Reiseberichte zu unseren Bildungsurlaubsreisen: Athen und Istanbul (2014), Athen (2015), Barcelona und  Riace (2016), Johannesburg und Kapstadt (2019).

Bildungsreisen, Bildungsurlaubsseminare & Jugendgedenkstättenfahrt 2023

Bildungsurlaube in Hamburg

Bildungsreisen ins europäische Ausland

Jugendgedenkstättenfahrt

Weitere Bildungsreisen der Landesstiftungen der RLS auf der Seite Reisend Lernen

Bildungsurlaub - Mein gutes Recht!

Die von uns veranstalteten Reisen sind nach dem Hamburger Bildungsurlaubsgesetz als Bildungsurlaub anerkannt. Nach diesem Gesetz haben alle Arbeitnehmer_innen einen Rechtsanspruch auf fünf Werktage Bildungsurlaub im Jahr.

Bildungsurlaub dient der beruflichen wie der politischen Bildung. Der Inhalt muss nicht notwendig im Zusammenhang mit der ausgeübten beruflichen Tätigkeit stehen.  Der Bildungsurlaub wird zusätzlich zum Jahresurlaub gewährt. Nur aus dringenden betrieblichen Gründen darf der Arbeitgeber einen Antrag auf Bildungsurlaub ablehnen. Der Arbeitgeber trägt dabei die Freistellung von der Arbeit und zahlt das Arbeitsentgelt fort. Die Kursgebühren sind vom Teilnehmer zu zahlen.

Wie beantrage ich Bildungsurlaub?

Die angemeldeten Teilnehmer_innen der Bildungsreise erhalten von uns eine Anmeldebestätigung und den Anerkennungsbescheid der Behörde. Beide Dokumente sind bei Beantragung der Freistellung dem Arbeitgeber vorzulegen. Der Antrag auf Freistellung soll dem Arbeitgeber spätestens sechs Wochen vor Beginn der Bildungsreise vorliegen. Nach Beendigung der Reise erhalten alle Teilnehmer_innen von uns eine Bescheinigung, die dem Arbeitgeber auf verlangen vorzulegen ist.

Bildungsurlaub machen ! Erklärvideo DGB Bildungswerk.

Natürlich können auch Personen ohne rechtlichen Anspruch auf Bildungsurlaub an unseren Reisen teilnehmen!

Kontakt

Fragen zum Thema Bildungsreisen beantwortet

Andreas Merkens

Referent für Politische Bildung

Rosa Luxemburg Stiftung / Bundesweite Arbeit / Regionalbüro Hamburg

Alstertor 20, 20095 Hamburg

Email: andreas.merkens@rosalux.org

Tel: (040) 28003709 / Mobil: 0152 09088642

Online-Veranstaltungen: Feministische Kämpfe für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch in Argentinien, Polen und Deutschland

Feministische und linke Bewegungen kämpfen international für das körperliche Selbstbestimmungsrecht von Frauen und das Recht auf Schwangerschaftsabbruch.

Auf drei Online-Veranstaltungen wollen wir den Blick auf die historischen und gegenwärtigen Bedingungen dieser Kämpfe richten, den Herausforderungen, Erfolgen und Rückschlägen in den jeweiligen Ländern: Dem erkämpften Sieg der „grünen Welle“ (‘Marea Verde‘) in Argentinien, die das Recht auf eine legale und sichere Abtreibung durchgesetzt hat, aber auch die grundlegende Kritik patriarchaler Gewalt mit Nachdruck in den öffentlichen Raum getragen haben. Den feministischen Kämpfen in Polen, die sich gegen das faktische Abtreibungsverbot durch die nationalkonservative Regierung richten sowie gegen die reaktionäre Allianz von Staat und Kirche kämpfen. Schließlich die Proteste gegen das Abtreibungsverbot in Deutschland und den seit nunmehr 150 Jahren im Strafgesetzbuch verankerten § 218.

Die Veranstaltungen im Detail:

La Plata, Hauptstadt der Provinz Buenos Aires, Argentinien. 34 National Meeting of Women, 2019 demonstration der «marea verde» für das Recht auf Abtreibung. Foto: Gisela Curioni, CC BY-SA 4.0

"Smrt fašizmu, svoboda narodu!"* Bildungsreise und Wanderung (13. bis 17. September 2021) auf den Spuren der Partisan_innen im österreichisch-slowenischen Grenzgebiet

* "Tod dem Faschismus, Freiheit für die Menschen!" slovenisch: "Smrt fašizmu - svoboda narodu" Slogan der jugoslawischen Partisan_innen, Foto: Split im September 1943, wikimedia

In der NS-Zeit war Kärnten die einzige Region innerhalb der Grenzen des sogenannten »Deutschen Reiches«, in der das NS-Regime mit massivem militärischen Widerstand konfrontiert waren. Etwa 500 Österreicher_innen, die meisten von ihnen Angehörige der slowenischsprachigen Minderheit, kämpften in den Tälern des Karawanken-Gebirges in Partisan_inneneinheiten der »Osvobodilna Fronta/Befreiungsfront« (OF). Dieser antifaschistische Widerstand wurde dabei von einem beträchtlichen Teil der lokalen Bevölkerung unterstützt, die als Kärntner Slowen_innen/Koroški Slovenci selber von Zwangsumsiedlungen und Deportationen betroffen waren. So wurde Kärnten/Koroška im Sommer 1944 zum »Bandenkampfgebiet« erklärt und Spezialeinheiten der SS zur sogenannten »Partisan_innenbekämpfung« dorthin versetzt.

Die Kärntner Partisan_innen standen bei ihrem antifaschistischem Widerstand in engem Austausch mit der benachbarten jugoslawischen Volksbefreiungsarmee. Als Bündnispartnerin der Alliierten wurden Jugoslawien und große Teile Kärntens von den Partisan_innen befreit. Allerdings mit großen Verlusten u.a. auf Grund deutscher Geiselnahmen und Vergeltungsmaßnahmen gegen die Zivilbevölkerung.

Die Bildungsreise bewegt sich auf den Spuren der Partisan_innen im österreichisch-slowenischen Grenzgebiet. Die Stationen unserer Reise sind u.a.:

  • Besuch des von Margarete Schütte Lihotzky gebauten Volkshauses in Klagenfurt.
  • Besuch der Gedenkstätte Peršmanhof und geführte eintägige Wanderung mit lokalen Aktivisten auf den Spuren der Partisan_innen in der Gegend von Bad Eisenkappel/Železna Kapla (Südkärnten).
  • Besuch des ehemaligen KZ Loibl/Ljubelj (als Außenlager des KZ Mauthausen).
  • Besuch des Geiselmuseums in Begunje und das Partisan_innendenkmals in Drazgose.
  • Wanderung zum ehemaligen Partisan_innenlazarett Franja und der Partisan_innendruckerei in Idrija.
  • Führung durch Ljubljana.
  • Treffen mit Vertreter_innen der Kommunistischen Partei (KPÖ) und der Linkspartei »Levica« in Slowenien.
  • Einführung in die österreichische Geschichte ab 1914/18 mit Fokus Kärnten/ Koroška.
  • u.v.m.

Für den Transfer zu den jeweiligen Reisestationen steht der Reisegruppe für die gesamte Woche ein Bus zur Verfügung. Start ab Klagenfurt (13.09) und Endpunkt in Ljubljana (17.09).Während der Woche sind zwei geführte Bergwandertouren eingeplant. Wetterfeste Kleidung und Wanderschuhe sind daher notwendig. Rechtzeitig vor Reiseantritt erhalten alle Teilnehmenden ein Wochenprogramm sowie die Einladung zu einem gemeinsamen Vorbereitungstreffen.

Der Teilnahmebeitrag von 500 Euro beinhaltet die Hotelunterkünfte für sechs Übernachtungen im Doppelzimmer, incl. Frühstück, das Reiseprogramm und die vor Ort anfallenden Bus-Transfers, Eintrittsgelder in Museen etc. Bei Unterkunft im Einzelzimmer umfasst der Teilnahmebeitrag 600 Euro.

An- und Abreise zum/vom Veranstaltungsort (Klagenfurt bzw.Ljubljana) ist selbst zu organisieren. Termine: Anreise 12.09.2021 (Sonntag/Klagenfurt) bis Abreise 18.09.2021 (Samstag/Ljubljana), Seminarprogramm von Montag bis Freitag (13.09. bis 17.09.2021). Detalierte Informationen zu den An- und Abreiseorten in Klagenfurt und Ljubljana werden bereitgestellt.

Unterkunft: Für den Zeitraum 12.09 bis 18.09.2021 (6 Nächte) sind für alle Teilnehmenden auf unseren Reisestationen Unterkünfte gebucht.

Bildungsurlaub/Bildungsfreistellung: Die Reise wird als gesetzlicher Bildungsurlaub/Bildungsfreistellung angeboten.

Reiseleitung: Rainer Hackauf (Historiker,Wien) & Andreas Merkens (RLS, Hamburg)

Anmeldeformular und Teilnahmebedingungen

Gefördert durch die Landeszentrale für Politische Bildung Hamburg.

Da wir eine 50% Quote für Teilnehmende mit Hamburger Wohnsitz haben, können aktuell nur noch Anmeldungen aus Hamburg berücksichtigt werden. Für alle anderen Anmeldungen ist eine Nachrücker_innenliste eingerichtet.


Weiterführende Infos zu Thema und Stationen der Reise:


Corona - Update

Die Corona-Pandemie erschwert die Planung unserer Bildungsreisen!
Wir sind zuversichtlich ab Sommer 2021 wieder regulär unsere Reisen durchführen zu können.
Dennoch werden die Bildungsreisen nur unter Einschränkungen stattfinden können: Vorgaben, die sich aus den allgemeinen Regelungen des Gesundheits- und Hygieneschutzes in der jeweiligen Reiseregion ergeben, werden von uns umgesetzt.
Für jede Reise gilt, dass wir die Entwicklung der Pandemie in der Region genau verfolgen und abwägen, wie wir als Veranstalter die inhaltliche wie organisatorische Durchführung der Reise gewährleisten können und unserer Verantwortung für die gesundheitliche Sicherheit aller Teilnehmenden gerecht werden.

#1: US-Außenpolitik unter Trump – und unter Biden?

Erstes TV-Duell zu den US-Präsidentschaftswahlen 2020 zwischen Donald Trump und Joe Biden in Cleveland, 29.September 2020 picture alliance / REUTERS | POOL New

Audiobeitrag zum US-Präsidentschaftswahlkampf von Max Böhnel. Mit Phyllis Bennis, John Feffer, Michael Klare und Lindsay Koshgarian.

https://soundcloud.com/rosaluxstiftung/us-ausenpolitik-unter-trump-und-unter-biden

Die Außenpolitik ihrer Regierung interessiert die Mehrzahl der US-Bevölkerung prinzipiell kaum und kurz vor Präsidentschaftswahlen gar nicht – es sei denn, es gilt, sich im Kriegsfall hinter den Präsidenten zu stellen. Ist ein solches Szenario kurz vor den November-Wahlen denkbar?

Vier prominente Kritiker*innen der US-Außen- und Militärpolitik wägen in dem Hörbeitrag die Möglichkeiten eines außenpolitischen «October surprise» ab. In den Interviews geht es darüber hinaus um eine Bilanz und Perspektiven der Trump‘schen Außenpolitik an den beiden Brennpunkten China und Nahost. Welche Rolle spielt dabei das Militär? Und: welche Vorstellungen haben dazu Joe Biden und die Demokraten, inklusive ihres progressiven Flügels?

  • Phyllis Bennis beschäftigt sich mit der US-amerikanischen Nahostpolitik und den Vereinten Nationen. Sie leitet das Projekt Neuer Internationalismus am Institute for Policy Studies in Washington D.C., einem progressiven Thinktank.
  • John Feffer leitet das Projekt «Foreign Policy in Focus» am Institute for Policy Studies. Er arbeitet seit vielen Jahren unter anderem zur US-Außenpolitik im asiatischen Raum.
  • Michael Klare ist Professor am Hampshire College in Amherst im Bundesstaat Massachusetts. Der Friedensforscher befasst sich darüber hinaus publizistisch mit Abrüstungspolitik und US-Militärstrategie.
  • Lindsay Koshgarian leitet das Programm Verteidigungshaushalt in der Nichtregierungsorganisation National Priorities Project. Sie analysiert das US-Bundesbudget an der Schnittstelle zwischen Militär und Zivilgesellschaft.

Am 8. Mai jährt sich der Tag der Befreiung zum 75. Mal. Die Alliierten besiegten das Deutsche Reich, beendeten die Verfolgung, das Leiden und das Morden von Andersdenkenden, -glaubenden und –lebenden. Mit dem Sieg über das faschistische Deutschland ging jedoch nicht automatisch der Sieg über faschistische und radikale rechte Ideologien einher – im Jahr 2020 formieren sich wieder rechte Kräfte in Europa, die für alle zur Gefahr werden, die ihnen entgegentreten.

Dazu zählen auch Kultureinrichtungen wie der Südpol in Hamburg. Es geht hier um Vielfalt, solidarisches Miteinander und die Utopie eines Freiraums. Dieser wird zunehmend gefährdet, je stärker die sogenannte Neue Rechte und 'Identitäre' sowie radikale Rechte in Parlamenten und der Öffentlichkeit an Raum gewinnen.

So versuchen verschiedenste Akteur*innen dieser Neuen Rechten Kulturbetriebe einzuschränken, deren Engagement eine plurale Gesellschaft anspricht, in der Diskriminierungen abgebaut werden sollen. Durch parlamentarische Anfragen, anonyme Drohungen, Strafanzeigen oder konkrete Protestaktionen bei Veranstaltungen wollen sie die Arbeit bestimmter Kulturinstitutionen stören. Sie versuchen so Künstler*innen zu kriminalisieren und im Gegensatz dazu eine Kultur zu propagieren, die nationale Identität stärken soll.

Als eine Antwort darauf gründete sich im Sommer 2017 das Bündnis Die Vielen, dessen Teilnehmende Diversität von Kunst und Kultur sichtbar machen und eine Auseinandersetzung über das Problem des Erstarkens von rechtspopulistischen Positionen führen möchten. Die Rechten rufen den Kampf um die Kultur aus. Für uns ist Kultur aber kein Kampffeld, sondern ein Ort der Vielfalt, Gestaltung und der Auseinandersetzung. Rechte Strukturen und Denkmuster haben dort und auch überall sonst keinen Platz.

An der Diskussion - die aufgrund der Corona-Pandemie online geführt werden musste - nahmen Anne Sonnenfroh und Cornelius Gesing, Die Vielen Hamburg; Alina Buchberger und Corinna Humuza, Kampnagel Hamburg; David Begrich, Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei Miteinander e.V.; Judith Schilling, Treibhaus Döbeln; Ludwig Haugk, Maxim Gorki Theater (Berlin) und Leute aus der Südpol Crew teil.

[ technischer Hinweis: Der Film startet bei 2:13 ]

In Kooperation mit "Rhythmus und Rausch"
Gefördert von der Landeszentrale für Politische Bildung Hamburg

#2: Extreme Rechte, Republikaner und die Wahlen

Amerikas rechtskonservative und althergebracht rassistische Millieus geben sich mit Verschwörungsgläubige die Hand, Wikimedia Commons

Audiobeitrag zum US-Präsidentschaftswahlkampf von Max Böhnel. Mit Cynthia Miller-Idriss und Max Elbaum.

https://soundcloud.com/rosaluxstiftung/extreme-rechte-republikaner-und-die-wahlen-in-den-usa

Das Wahlsystem in ihrem Sinne auszuhebeln versuchen die Rechten in den USA nicht erst seit Trump. Gleichwohl verfügt die radikale Rechte, seit sie mit in der Regierung sitzt, über noch mehr Macht und Möglichkeiten, mit legalen Tricks und der Mobilisierung von Rechtsextremen die Wahlen zu beeinflussen. In dem Audiobeitrag erörtern Experten, wie weit in den USA die gesellschaftliche Polarisierung und der «Trumpismus» kurz vor den Wahlen fortgeschritten sind.  

  • Cynthia Miller-Idriss ist Professorin für Pädagogik und Soziologie an der American University in Washington, D.C.. Sie forscht zu Rechtsextremismus in den USA.
  • Max Elbaum ist seit den 1960er Jahren aktiv in der Friedensbewegung, in der antirassistischen Bewegung und in der US-Linken. Er analysiert seit vielen Jahren die Rolle der extremen Rechten in der Klassengesellschaft USA.

#3: Cinzia Arruzza über Rassismus, Klassen- und Geschlechterverhältnisse

Mithilfe der Theorie sozialer Reproduktion erläutert die marxistische Feministin die Auswirkungen der Corona-Krise in New York und darüber hinaus in den USA. Die Krise hat Klassenverhältnisse neu sichtbar gemacht und verdeutlicht deren Verquickung mit dem strukturellen Rassismus wie auch den patriarchalen Geschlechterverhältnissen. Trump vs. Biden – was folgt daraus für die Wahlen am 3. November?

  • Cinzia Arruzza ist Professorin für Philosophie an der New School for Social Research und dem Eugene Lang College in New York. Sie hat in diesem Jahr für das New Yorker Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung eine Studie erarbeitet zum Thema: «Austerität und die Krise der sozialen Reproduktion. Die Kämpfe von Arbeiterinnen in den USA»

[Untertitel in Deutsch und Englisch]
Dritter Beitrag der Interview-Serie «Biden oder Trump – Die USA vor der Zerreißprobe»

#4: Aktivistin Rachel Herzing über Rassismus und Polizeigewalt

«Black Lives Matter» gilt zurecht als neue US-Bürgerrechtsbewegung und manchen sogar als größte soziale Bewegung in der Geschichte der USA. Die Medienberichterstattung ist immens. Aber schafft es die Bewegung jenseits davon, ihre Forderungen tatsächlich zu verankern und vielleicht sogar durchzusetzen? Würde eine zweite Amtszeit von Trump ihr gewaltsames Aus bedeuten? Würde andererseits ein Weißes Haus unter Joe Biden bessere Bedingungen zur Bekämpfung des strukturellen Rassismus und für Polizeireformen schaffen? 

  • Rachel Herzing ist die Co-Direktorin des Center for Political Education, eines Forschungs- und Bildungsinstituts in San Francisco für linke Organisationen, soziale Bewegungen, Basisgewerkschaften und People of Color. Rachel Herzing ist Mitgründerin von Critical Resistance, einer nationalen Basisorganisation, die sich der Abschaffung der Knastindustrie widmet.

[Untertitel in Deutsch und Englisch] 
Vierter Beitrag der Interview-Serie «Biden oder Trump – Die USA vor der Zerreißprobe»

#5: Tom Goldtooth und Yifat Susskind zum Green New Deal – Klimagerechtigkeit und Klimaverantwortung

Für einen Green New Deal, der die Klimakatastrophe eindämmen, den Planeten und die Weltbevölkerung retten könnte, ist nur noch wenig Zeit. In dem Videobeitrag befassen sich Tom Goldtooth und Yifat Susskind mit den innenpolitischen und globalen Herausforderungen, denen schleunigst begegnet werden muss. Yifat Susskind erläutert, weshalb Klimaverantwortung und -gerechtigkeit feministischen und globalen Ansätzen folgen muss. Tom Goldtooth erörtert Widerstandsstrategien der indigenen Bevölkerung in Nordamerika gehen die Klimakiller-Konzerne. 

  • Yifat Susskind leitet die mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung in New York kooperierende internationale Frauen- und Menschenrechtsorganisation MADRE
  • Tom Goldtooth ist Angehöriger der Navajo Nation und Leiter des Indigenous Environmental Network in Minnesota. 

[Untertitel in Deutsch und Englisch] 
Fünfter und letzter Beitrag der Interview-Serie «Biden oder Trump – Die USA vor der Zerreißprobe»