Nachricht | Kultur leben statt "Kulturkampf" - Über den Einfluss der Neuen Rechten auf Kulturinstitutionen

Am 8. Mai jährt sich der Tag der Befreiung zum 75. Mal. Die Alliierten besiegten das Deutsche Reich, beendeten die Verfolgung, das Leiden und das Morden von Andersdenkenden, -glaubenden und –lebenden. Mit dem Sieg über das faschistische Deutschland ging jedoch nicht automatisch der Sieg über faschistische und radikale rechte Ideologien einher – im Jahr 2020 formieren sich wieder rechte Kräfte in Europa, die für alle zur Gefahr werden, die ihnen entgegentreten.

Dazu zählen auch Kultureinrichtungen wie der Südpol in Hamburg. Es geht hier um Vielfalt, solidarisches Miteinander und die Utopie eines Freiraums. Dieser wird zunehmend gefährdet, je stärker die sogenannte Neue Rechte und 'Identitäre' sowie radikale Rechte in Parlamenten und der Öffentlichkeit an Raum gewinnen.

So versuchen verschiedenste Akteur*innen dieser Neuen Rechten Kulturbetriebe einzuschränken, deren Engagement eine plurale Gesellschaft anspricht, in der Diskriminierungen abgebaut werden sollen. Durch parlamentarische Anfragen, anonyme Drohungen, Strafanzeigen oder konkrete Protestaktionen bei Veranstaltungen wollen sie die Arbeit bestimmter Kulturinstitutionen stören. Sie versuchen so Künstler*innen zu kriminalisieren und im Gegensatz dazu eine Kultur zu propagieren, die nationale Identität stärken soll.

Als eine Antwort darauf gründete sich im Sommer 2017 das Bündnis Die Vielen, dessen Teilnehmende Diversität von Kunst und Kultur sichtbar machen und eine Auseinandersetzung über das Problem des Erstarkens von rechtspopulistischen Positionen führen möchten. Die Rechten rufen den Kampf um die Kultur aus. Für uns ist Kultur aber kein Kampffeld, sondern ein Ort der Vielfalt, Gestaltung und der Auseinandersetzung. Rechte Strukturen und Denkmuster haben dort und auch überall sonst keinen Platz.

An der Diskussion - die aufgrund der Corona-Pandemie online geführt werden musste - nahmen Anne Sonnenfroh und Cornelius Gesing, Die Vielen Hamburg; Alina Buchberger und Corinna Humuza, Kampnagel Hamburg; David Begrich, Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei Miteinander e.V.; Judith Schilling, Treibhaus Döbeln; Ludwig Haugk, Maxim Gorki Theater (Berlin) und Leute aus der Südpol Crew teil.

[ technischer Hinweis: Der Film startet bei 2:13 ]

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In Kooperation mit "Rhythmus und Rausch"
Gefördert von der Landeszentrale für Politische Bildung Hamburg