Pressemeldung | Hamburger Kongress gegen Feminizide und geschlechterbasierte Gewalt

450 Teilnehmer*innen setzen ein deutliches Zeichen: Gemeinsam stark gegen patriarchale Gewalt, für ein Leben ohne Angst!

Vom 21. bis 23. November 2025 kamen rund 450 Teilnehmer*innen in der W3_Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V. und an der Universität Hamburg zusammen, um zu lernen, sich auszutauschen und aktiv zu werden. Gemeinsam senden wir ein deutliches politisches und gesellschaftliches Signal: (Tödliche) Gewalt gegen Frauen und queere Menschen sind keine Einzelfälle, sondern ein strukturelles Problem und demnach veränderbar! 

Beim Kongress beleuchteten in zahlreichen Vorträgen, Panels, Workshops und Kulturveranstaltungen geladene Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen, Jurist*innen und Praktiker*innen die Zusammenhänge zwischen patriarchaler Gewalt, Prävention, Recht und Gesellschaft. Während Freitag und Samstag im Zeichen von Wissenstransfer, Analyse und Debatte standen, bot der Sonntag praxisorientierte Workshops und vielfältige Vernetzungsmöglichkeiten für alle, die sich engagieren möchten. Der intensive Austausch und zahlreiche Diskussionen in den drei Kongresstagen machten deutlich, wie dringend dieser Raum gebraucht wird.

Die weiterhin erschreckend hohen Zahlen zeigen: Trotz jahrzehntelanger feministischer Kämpfe bleibt geschlechterbasierte Gewalt trauriger Alltag in Deutschland. Frauen* werden von (Ex-)Partnern, Angehörigen oder Bekannten bedroht, kontrolliert, unterdrückt, misshandelt und getötet. Diese Gewalt geschieht überwiegend im vermeintlich sicheren Zuhause und wird nach wie vor bagatellisiert, individualisiert oder als „Familiendrama“ entpolitisiert.

Deshalb braucht es gesellschaftliche Sensibilisierung, präventive Bildungsarbeit und politische Verantwortungsübernahme für und von allen in unserer Gesellschaft. Konkret heißt das: Die vollständige Umsetzung der Istanbul-Konvention, anstatt einer Verschiebung in rassistische Deutungsweisen; Ausreichende Finanzierung von Schutzstrukturen für Betroffene jeglichen Alters, sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität, Herkunft, Aufenthaltsstatus und Klasse; Und verstärkte Förderung von intersektionaler und interdisziplinärer Forschung und Erfassung von feminizidaler Gewalt, um umfassende Sichtbarkeit und bessere Arbeitsgrundlagen zu schaffen. 

Der Kongress zeigte deutlich: Feminizide sind kein Randphänomen. Sie sind Ausdruck eines Systems, das patriarchale Machtverhältnisse tagtäglich stabilisiert, Ungleichheiten im privaten und öffentlichen Raum reproduziert und Gewalt normalisiert. Diesbezügliche Sensibilisierung, Aufklärung und Politisierung bleiben meistens an den Betroffenen und ihren Unterstützer*innen hängen. Die geringe Teilnahme von Männern an dem Kongress spiegelt dieses Bild wider. Aber das Thema geht uns alle an, wir können es uns schlichtweg nicht leisten passiv zu sein. Wir müssen alle hinschauen und solidarisch handeln – nicht nur am 25. November, dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen* und Mädchen*, sondern jeden einzelnen Tag. 

Stoppt Feminizide und geschlechterbasierte Gewalt!