Zum Hauptinhalt springen

16. Juni 2022: Diskussion/Vortrag : Verkannte Leistungsträger:innen

Berichte aus der Klassengesellschaft

Wichtige Fakten

Veranstaltungsort

Patriotische Gesellschaft
Trostbrücke 4-6
20457 Hamburg

Zeit
16.06.2022, 19:00 - 21:00 Uhr
Themenbereiche
Arbeit / Gewerkschaften, Geschlechterverhältnisse, Soziale Bewegungen / Organisierung, Gesellschaftstheorie, Kapitalismusanalyse, Wirtschafts- / Sozialpolitik, Gesundheit und Pflege, Feminismus, Häusliche Arbeit
Zugeordnete Dateien

Beschreibung

Ausdrücke wie „systemrelevante Berufe“ und „Care-Arbeit“ sind in der Pandemie geläufiger geworden. Pfleger:innen, Kassierer:innen und Paketbot:innen haben den Alltag in der Krise aufrechterhalten – dafür bekamen sie Applaus. Doch kaum jemand befasste sich mit den Arbeits- und Lebensbedingungen der betroffenen Beschäftigten oder gar mit der Frage, warum diese Menschen in prekäre Lagen geraten – Unternehmensstrategien und staatliche Politik wurden selten kritisiert. Für überarbeitete Krankenpfleger:innen folgte keine Reform des aufreibenden Pflegesektors, Gebäudereiniger:innen erhalten oftmals nicht mal den Mindestlohn und für viele systemrelevante Berufe ist auch dieser zu niedrig.

In der kapitalistischen Welt wird „Leistung“ vor allem an Geld, Einfluss und Anerkennung bemessen. In der Krise um 2008 galten Banken, Anwaltskanzleien und Unternehmen als „systemrelevant“ – in der Pandemie wurde aber klar, dass vor allem Erzieher:innen, LKW-Fahrer:innen, Essenslieferant:innen und jene Menschen, die unbezahlter Versorgungsarbeit nachgehen, „den Laden am Laufen halten“, weil sie die Reproduktion von Arbeitskraft und sozialen Strukturen sicherstellen. Doch diese „Leistungsträger:innen“ erhalten eine geringe Vergütung, arbeiten unter schlechten Bedingungen, sind oftmals nicht sichtbar und machen die Erfahrung, dass ihre Leistung sich immer weniger lohnt, weil die Klassengesellschaft ihre Chancen auf gute Arbeit und ein selbstbestimmtes Leben beschränkt . Welche Schlüsse und Handlungsnotwendigkeiten lassen sich aus der Pandemie ziehen? Wie kann klassenpolitisches Bewusstsein entstehen?

Gemeinsam mit Prof. Dr. Nicole Mayer-Ahuja diskutieren wir über ihr mit Oliver Nachtwey herausgegebenes Buch „Verkannte Leistungsträger:innen: Berichte aus der Klassengesellschaft“. Prof. Dr. Nicole Mayer-Ahuja ist Professorin für Soziologie von Arbeit, Unternehmen und Wirtschaft an der Georg-August-Universität Göttingen.

Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.


▸Bei dieser Veranstaltung gilt Maskenpflicht

Aktuelles zu den Hygiene-Verordnungen unter https://www.hamburg.de/verordnung/

Standort

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg

Telefon: 040 28003705

Ähnliche Veranstaltungen

MARX FÜR ALLE!, 17 April 2026

: Workshop

Hamburg10:00 Uhr

Ein Tagesseminar zur Einführung in Marx’ Analyse und Kritik des Kapitalismus

Klassengesellschaft akut. , 28 April 2026

: Buchvorstellung

Hamburg19:00 Uhr

Warum Lohnarbeit spaltet – und wie es anders gehen kann

Antifeminismus, digitale Gewalt und Strafverfolgung, 05 Juni 2026

: Diskussion/Vortrag

Hamburg14:00 Uhr

Paneldiskussion