24. September 2022 Seminar Zusammen lesen: Georg Lukács, politisches Spätwerk

Sozialismus und Demokratisierung

Information

Veranstaltungsort

Gängeviertel - Fabrique Seminarraum im IV. Stock (über Speckstraße)
Valentinskamp 34a
20355 Hamburg

Zeit

24.09.2022, 12:00 - 17:00 Uhr

Themenbereiche

Soziale Bewegungen / Organisierung, Demokratischer Sozialismus, Gesellschaftstheorie, Kapitalismusanalyse

Zugeordnete Dateien

Zusammen lesen: Georg Lukács, politisches Spätwerk

Zur Einführung: GEORG LUKÁCS, Philosoph, Literaturwissenschaftler und -kritiker

Die Reihe „Zusammen lesen“ wendet sich bewusst an Menschen, die sich noch nicht oder nur wenig mit Georg Lukács beschäftigt haben und gerne einen ersten Einblick in die Originaltexte bekommen möchten. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich und der Text muss auch nicht vor der Veranstaltung vorbereitet werden. In unserer Reihe „zusammen lesen“ wollen wir einige Gesellschaftskritiker:innen lesend kennenlernen. Im Jahr 2022 sind dies unter anderem Wolfgang Abendroth, Frigga Haug, Georg Lukács und Pierre Bourdieu. In den Workshops sollen nicht nur zentrale Gedanken der Theoretiker:innen gemeinsam erarbeitet und kritisch diskutiert werden, sondern es soll auch ein Raum geschaffen werden, in dem politisch Engagierte ihre alltäglichen Erfahrungen in Bezug auf die jeweiligen Theorien diskutieren können.

Georg Lukács, dessen Todestag sich am 4. Juni 2021 zum 50. Mal jährte, gilt als bedeutender Repräsentant undogmatischer marxistischer Philosophie und einer der großen, kontroversen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Bekannt wurde er besonders durch seine Essaysammlung „Geschichte und Klassenbewusstsein“, deren hundertjähriges Jubiläum im nächsten Jahr weltweit gefeiert werden wird. Von den Dogmatikern des Marxismus-Leninismus wurde Lukács bekämpft, in den Jahren der Studentenbewegung als Initiator des westlichen Marxismus gefeiert. Im Zentrum dieses Seminares steht das politische Spätwerk von Georg Lukács.

Nach seinem Tod erschien seine Schrift zu „Sozialismus und Demokratisierung", die als Reaktion auf die Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 entstand. Darin versuchte Lukács, der den Praxisbezug von Philosophie stets ernster nahm als viele „kritische“ Theoretiker, knapp aktuelle Probleme der bürgerlichen Demokratie und Chancen einer kritischen Theorie postkapitalistischer Politik zu beschreiben. Diese Überlegungen bieten auch nach fünfzig Jahren relevante Anknüpfungspunkte über „unsere“ Spielart von Demokratie, über die (vertanen) Chancen des Sozialismus im 20. Jahrhundert und die Perspektiven eines Sozialismus im 21. Jahrhundert in Zeiten von entleerter Demokratie und Identitätspolitik nachzudenken.

Rüdiger Dannemann ist Vorsitzender der Internationalen Georg-Lukács-Gesellschaft. Er studierte Philosophie, Germanistik und Geschichte in Bochum und Frankfurt/Main. Promotion in Rotterdam mit "Das Prinzip Verdinglichung". Zahlreiche Veröffentlichungen zur Sozialphilosophie und politischen Philosophie, speziell zu Lukács, dem Westlichen Marxismus und der Kritischen Theorie, sowie zu literaturwissenschaftlichen und musikästhetischen Themen. Aktuelle Publikation (Hg. zusammen mit Axel Honneth): Georg Lukács – Ästhetik, Marxismus, Ontologie. Suhrkamp, 2021

Ein Workshop in unserer Reihe "Zusammen lesen"


Gefördert durch Mittel der Landeszentrale für Politische Bildung Hamburg.


▸ Eine schriftliche Anmeldung ist erforderlich! Deshalb bitte obenstehendes Anmeldeformular ausfüllen und senden an: anmeldung@rls-hamburg.de

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Für die Teilnahme ist ein tagesaktueller negativer Corona-Test erforderlich. Im Veranstaltungsraum ist eine FFP2-Maske zu tragen.

Standort

Kontakt

Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg

Telefon: 040 28003705