31. März 2021 Diskussion/Vortrag Die Kommunardinnen von Paris - Zum Geschlechterverhältnis in der Pariser Kommune

Reihe: 150 Jahre Pariser Kommune (2/3)

Information

Veranstaltungsort

Online

Zeit

31.03.2021, 19:00 - 20:30 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, Parteien- / Bewegungsgeschichte, Geschlechterverhältnisse, Partizipation / Bürgerrechte

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Die Kommunardinnen von Paris - Zum Geschlechterverhältnis in der Pariser Kommune

„Seht  euch  die  Pariser  Kommune  an.  Das  war  die  Diktatur  des  Proletariats.“ Friedrich Engels

Viele Maßnahmen der Pariser Kommune mussten – angesichts der militärischen Bedrohung aus Versailles und der kurzen Zeit ihrer Existenz – Stückwerk bleiben. Trotzdem galt Karl Marx die Praxis der Kommunard*innen als die „endlich entdeckte politische Form, in der sich die Befreiung der Arbeit vollziehen wird.“ Lehren und Erfahrungen der Kommune begleiteten und inspirierten Revolutionär*innen der letzten 150 Jahre. Wir wollen uns gemeinsam mit der Pariser Kommune beschäftigen und sie auf ihre Aktualität für heutige Auseinandersetzungen befragen. Hierzu bieten wir drei Vorträge an und freuen uns auf die Diskussion mit Euch.

Wir möchten uns an diesem Abend mit der Publizistin und Politologin Dr. Antje Schrupp darüber unterhalten, wie das Geschlechterverhältnis in der Pariser Kommune zu bewerten ist.

Die Pariser Kommune genießt den Ruf, ein Aufbruchsmoment der demokratischen Frauenbewegung gewesen zu sein. Richtig ist, dass viele Frauen während der Kommune sehr aktiv waren, sie gründeten Vereine und Clubs, pflegten Verwundete auf den Schlachtfeldern, kämpften auf den Barrikaden. Dass die Frauen dort eine so prominente Rolle spielten, liegt jedoch vor allem am Engagement und am Aktivismus der Frauen selbst, die die Dinge in die Hand nahmen. Von Seiten der rein männlich besetzten Kommuneregierung hingegen waren Frauen ausschließlich als Ehefrauen und Witwen im Blick. Ihre Veröffentlichungen sangen durchgehend das Lied vom Wert der Familie als Keimzelle der Gesellschaft, mit einer treusorgenden Ehefrau und Mutter im Zentrum. Gegen Frauen, die diesem Bild einer guten Revolutionärin und Familienmutter nicht entsprachen, wurde gehetzt. Die Kommune verbot Prostitution und verfolgte Frauen, die im Verdacht standen, diesem Gewerbe nachzugehen. Ebenso gab es Forderungen, „bourgeoise Frauen“ aus der Stadt zu verjagen, vor allem dann, wenn Sie Betriebe führten, die man enteignen konnte.


Weitere Veranstaltungen in der Reihe am 17.3. Vorbotin einer neuen Gesellschaft und am 14.4.21 zur Geschichte und Aktualität der Rätedemokratie (Infos hier in Kürze)

Eine Veranstaltung in Kooperation mit den Rosa-Luxemburg-Stiftungen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfahlen und Sachsen-Anhalt. Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.



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