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22. Juni 2026: Diskussion/Vortrag : Antifaschistische Allianzen

Historische Erfahrungen und aktuelle Herausforderungen

Wichtige Fakten

Veranstaltungsort

Kölibri, GWA St. Pauli
Hein-Köllisch-Platz 12
20359 Hamburg

Zeit
22.06.2026, 19:00 - 21:00 Uhr
Zugeordnete Dateien

Beschreibung

Antifaschistische Allianzen
Gegen den Putschversuch der Faschisten am 6. Februar 1934 fanden in Paris zwei getrennte Demonstrationszüge – initiiert von Sozialist*innen und Kommunist*innen – statt. Unter dem spontanen Ruf „Einheit! Einheit!“ vereinten die Demonstrierenden jedoch beide Züge zu einem. Die Einheitsfront verteidigte an diesem Tag die Republik und schuf damit den Kern und die Grundlage für die Regierung der Volksfront.

„Antifaschistische Volksfront“ – so lautete der Name linker Hoffnung Mitte der 1930er-Jahre. Nach der Machtübertragung an die Nazis in Deutschland stand sie für den Versuch, sich der über den europäischen Kontinent schwappenden faschistischen Welle durch ein breites Bündnis aus Kommunist*innen, Sozialdemokrat*innen und bürgerlich-demokratischen Kräften entgegenzustemmen.

Und tatsächlich waren solche Bündnisse in der Lage, Wahlen zu gewinnen: Namentlich die spanische Frente popular und die im Juni 1936 buchstäblich von der Straße in die Regierung gewählte französische Front populaire gehören zu den prominentesten historischen Beispielen. In Spanien allerdings putschten Teile des Militärs gegen das republikanische Bündnis und zogen das Land in einen Bürgerkrieg, während die Front populaire ein ambivalentes Vermächtnis hinterließ.

Dennoch wecken ähnliche Bündnis-Konstellationen angesichts der aktuellen politischen Verhältnisse in der Gegenwart erneut Hoffnungen: im Sommer 2024 wurde das linke Bündnis Neue Volksfront überraschend stärkste Kraft bei den vorgezogenen französischen Parlamentswahlen, und auch in Deutschland wird wieder über eine Art Volksfront als Allianz eines sozialen Antifaschismus diskutiert.

Wie aber sollten wir sie ins Verhältnis zu den historischen Erfahrungen setzen? Wirkt die zwischenzeitlich in eine Krise geratene „Neue Volksfront“ in Frankreich als Quelle der Inspiration? Drohen Bündnisse mit liberalen Kräften nicht die notwendig auch soziale Dimension des Antifaschismus zu untergraben – oder sind breite demokratische Bündnisse im Gegenteil nicht notwendige Voraussetzung, um dem Aufstieg der AfD entgegenzutreten?  Wie lässt sich das Verhältnis zwischen einer Verteidigung der bürgerlichen Demokratie gegen den Autoritarismus und der Erkämpfung einer sozialistischen, feministischen und ökologischen Demokratie heute bestimmen?

Über diese und weitere Fragen wollen wir mit euch und unseren Gästen auf der Veranstaltung diskutieren:

Von Bernard Schmid (Publizist, Paris) ist ein aktueller Text zu historischen Volksfontpolitiken in Frankreich veröffentlicht; Katharina Dahme (Parteivorstand DIE LINKE) ist eine wichtige Stimme in den Diskussionen um eine Allianz eines sozialen Antifaschismus aus der Linkspartei, und unser Moderator Dr. Florian Wilde (RLS) forschte als Historiker zur kommunistischen Einheitsfrontstrategie der 1920er Jahre und wird auch diese Perspektive mit in die Veranstaltung einbringen.

 

Eine gemeinsame Veranstaltung der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg und der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Standort

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg

Telefon: 040 28003705