2. April 2020 Diskussion/Vortrag FÄLLT AUS! Schwule Küsse und schwarze Raben

Die „Lindenstraße“ als Spiegel der bundesrepublikanischen Zeitgeschichte

Information

Veranstaltungsort

Curio-Haus
Hinterhaus
Rothenbaumchaussee 15
20148 Hamburg

Zeit

02.04.2020, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, Gesellschaftstheorie, Kommunikation / Öffentlichkeit, Kunst / Performance

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FÄLLT AUS! Schwule Küsse und schwarze Raben

Aufgrund der Corona-Pandemie müssen wir diese Veranstaltung leider absagen. Wir suchen derzeit nach einem Ersatztermin, über den wir rechtzeitig auf dieser Website informieren.

Nun geht sie doch zu Ende: Am 29. März 2020 wird nach mehr als 34 Jahren die letzte Folge von Deutschlands ältester Fernsehserie ausgestrahlt. Seit 1985 versuchte die „Lindenstraße“ bundesrepublikanische Realität abzubilden: Jahrelang wachte Hausmeisterin Else Kling über Sitte und Anstand im Haus Nr. 3, servierte Vasily im „Akropolis“ Gyrosteller und verbrannten Mutter Beimer jedes Jahr zu Weihnachten die Rabenkekse.

Doch die „Lindenstraße“ war immer mehr als eine gewöhnliche Soap, die Macherinnen und Macher wagten sich stets auch an gesellschaftlich brisante Themen. Als die Serie 1987 den ersten schwulen Kuss im deutschen Fernsehen zeigte, erhielten die beiden Darsteller anschließend Morddrohungen. In den 1990er Jahren gründete Altnazi Onkel Franz die Partei „Patrioten für Deutschland“, mehrfach wurde das Schicksal von Geflüchteten in der Serie thematisiert. Zuletzt kämpften die Bewohnerinnen und Bewohner der Lindenstraße gegen die Gentrifizierung ihres Viertels.

Aber geht das: Politisch sein und gleichzeitig unterhalten? Kann das Unterhaltungsformat Fernsehen so auf Zuschauerinnen und Zuschauer einwirken, dass sie zu mündigen, Haltung zeigenden Subjekten werden? Was hat den Erfolg ihres gesellschaftskritischen Ansatzes ausgemacht, der ja über die gesamte Ära beibehalten wurde? Kann man überhaupt messen, inwiefern die „Lindenstraße“ zur Politisierung und zur Problemsensibilisierung beigetragen hat? Und: Wie spiegelte sich bundesrepublikanische Geschichte in der Serie wider? Diese und andere Fragen wollen wir mit Ensemble-Mitgliedern und einem Historiker diskutieren.

Sarah Masuch ist Schauspielerin. In der „Lindenstraße“ spielte sie seit 2012 die Ärztin Dr. Iris Brooks.
Gunnar Solka ist Schauspieler. Er spielt in der „Lindenstraße“ seit 2004 den Friseur Peter „Lotti“ Lottmann.
Sara Turchetto ist Schauspielerin. Sie gehörte dem „Lindenstraßen“-Ensemble seit 1998 an und spielte dort die Rolle der Marcella Varese.
Dr. Marcel Bois ist Historiker. Privat verfolgt er die „Lindenstraße“ schon seit vielen Jahren.

Moderation: Dr. Salvador Oberhaus ist Historiker und stellvertretender Leiter des Regionalbüros Nordrhein-Westfalen der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Das Programm wird ggf. in den nächsten Tagen weiter aktualisiert.

Standort

Kontakt

Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg

Telefon: 040 28003705