China, die „Fabrik der Welt“, ist mit rund 30 Prozent des globalen CO₂-Ausstoßes Spitzenreiter. Es hängt also entscheidend von der Volksrepublik ab, ob es gelingt, die Erderwärmung einzudämmen. Gleichzeitig gilt China als Vorreiter der „grünen Transformation“: 2024 entfiel mehr als die Hälfte der weltweit neu installierten Solar- und Windenergiekapazitäten auf das Land. Zugleich werden weiterhin in Rekordtempo neue Kohlekraftwerke gebaut, da das Stromnetz noch erhebliche Reservekapazitäten benötigt.
China führt bei den erneuerbaren Energien – Solar, Wind, Wasserkraft –, bei der Elektrifizierung der Mobilität von Pkw, Bussen und Lkw sowie bei Schlüsseltechnologien wie der Batterietechnik. Metropolen, die noch vor 15 Jahren als Hotspots der Luftverschmutzung galten, sind heute vergleichsweise sauber. Auch die Transformation traditioneller Industrien wie Stahl- und Zementproduktion macht große Fortschritte. Die „neuen Produktivkräfte“ haben sich zu einem Konjunktur-Turbo für die chinesische Wirtschaft entwickelt.
Unsere Bildungsreise soll einen Einblick vermitteln, wie China wirtschaftliches Wachstum und ökologische Transformation miteinander zu verbinden sucht – und mit welchen Widersprüchen und Problemen das Land dabei konfrontiert ist.
Zugleich wollen wir zeigen, wie auf lokaler Ebene ökologische Maßnahmen systematisch umgesetzt werden und mit welchen Konzepten – etwa Schwammstädten oder grünen Gürteln gegen Versteppung – den Folgen des Klimawandels begegnet wird.
Reisedauer und Verlauf
Die Bildungsreise umfasst dreizehn Tage: Sie beginnt am Sonntagabend, den 3. Mai 2026, in der südchinesischen Metropole Shenzhen mit einem gemeinsamen Abendessen und endet am Freitag, den 15. Mai 2026, in Beijing – ebenfalls mit einem gemeinsamen Abschlussabendessen .
An- und Abreise
Die An- und Abreise sind nicht Bestandteil der Bildungsreise und von den Teilnehmer:innen eigenständig zu organisieren.
Für die Anreise bieten sich die internationalen Flughäfen Shenzhen oder Hongkong an. Vom Flughafen Hongkong ist Shenzhen in nur etwa 30 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder per Fähre erreichbar.
Hinweis: Deutsche Staatsbürger:innen können bis zu 30 Tage visumsfrei nach China einreisen.
Unterwegs in China
Wir reisen innerhalb Chinas überwiegend mit dem Zug. Das Land verfügt über ein sehr gut ausgebautes Hochgeschwindigkeitsnetz. In den Metropolregionen – etwa im Perlfluss- oder im Yangtse-Delta – sind wir zusätzlich mit dem Bus unterwegs.
Stationen und Programmpunkte
Die Bildungsreise führt durch mehrere Klimazonen – von Südchina über Ostchina bis nach Nordchina in die Hauptstadt Beijing.
- Perlfluss-Delta: Shenzhen (2 Übernachtungen) und Guangzhou (2 Übernachtungen) – das industrielle Herz Chinas, oft als „Fabrik der Welt“ bezeichnet.
- Yangtse-Delta: Hangzhou (2 Übernachtungen), eine der schönsten Städte Chinas; Shanghai (2 Übernachtungen), das Finanz- und Handelszentrum des Landes; sowie Suzhou, bekannt als „Chinas Venedig“.
- Beijing: (2 Übernachtungen) – politische und kulturelle Hauptstadt, Abschluss der Reise.
Geplant sind Besichtigungen von Unternehmen und Fabriken (u. a. Huawei, BYD, FAW-VW, Schaeffler, Mercedes, Beijing Foton), von Ausstellungen (z. B. Gewerkschaftsmuseum Guangzhou, Stadtentwicklung Shanghai) und von Forschungseinrichtungen für erneuerbare Energien. Außerdem steht ein Besuch der Chinesischen Mauer auf dem Programm.
In Kooperation mit dem Landbüro China der Rosa-Luxemburg-Stiftung sind weierhin Gespräche mit chinesischen Wissenschaftler:innen über Chinas Klimapolitik sowie Treffen mit Vertreter:innen deutscher Unternehmen und Wirtschaftsverbände geplant.
Teilnahmebeitrag
2.000 € im Doppelzimmer
(Einzelzimmerzuschlag: 400 €)
Der Preis umfasst die Hotelunterkünfte (inkl. Frühstück) auf allen Reisestationen vom Anreise- bis zum Abreisetag (12 Übernachtungen), das gesamte Reiseprogramm, Dolmetschung sowie Bahn- und Bustransfers in China. Die Reisegruppe wird von drei Personen begleitet (Programmleitung, Reiseleitung & Dolmetschung).
Bildungsurlaub / Bildungsfreistellung
Die Bildungsreise ist in den Bundesländern Hamburg und Baden-Württemberg als gesetzlicher Bildungsurlaub bzw. Bildungsfreistellung anerkannt.
Eine Freistellung in weiteren Bundesländern ist ggf. auf Antrag möglich. In Bayern und Sachsen ist eine Anerkennung als Bildungsurlaub leider nicht vorgesehen.
Vorbereitungstreffen
Ein gemeinsames Vorbereitungstreffen findet am 1. April 2026 hybrid (via Zoom und in Präsenz in Hamburg) statt.
Programmleitung: Wolfgang Müller
Wolfgang Müller ist Sozialwissenschaftler und Informatiker und hat mehrere Jahre in Beijing gelebt. Für die IG Metall hat er die Beziehungen zu den chinesischen Gewerkschaften aufgebaut und organisiert seit über 10 Jahren Studienreisen mit dem Schwerpunkt Arbeitswelt in China.
Reiseleitung:
Hartmut Obens, Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg
Einreisebestimmungen
Deutsche Staatsbürger:innen können bis zu 30 Tage visumsfrei nach China einreisen. Der Reisepass muss mindestens sechs Monate über das Reiseende hinaus gültig sein.
Veranstalter der Bildungsreise ist die Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg in Kooperation mit dem Landbüro China der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Kontakt
Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg
E-Mail: info@rls-hamburg.de
Telefon: 040 28003705