28. Mai 2020 Diskussion/Vortrag Westemigranten - Deutsche Kommunisten zwischen USA-Exil und DDR

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Veranstaltungsort

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20000 Hamburg

Zeit

28.05.2020, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, Erinnerungspolitik / Antifaschismus, Parteien- / Bewegungsgeschichte, Migration / Flucht

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Westemigranten - Deutsche Kommunisten zwischen USA-Exil und DDR
Mil.ru

Der 75. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus am 8. Mai bietet sich als Anlass, um der Frage nachzugehen, welche Vorstellungen die der Arbeiterbewegung nahestehenden Parteien nach der Befreiung hatten. Wie enstanden diese Konzeptionen, wie waren sie mit den individuellen Hoffnungen und Wünschen der Exilierten und NS-Verfolgten verbunden und durch sie geprägt und wie sind sie aus heutiger Sicht zu beurteilen. Welche Chancen hatten alternative, also nicht nationalistische, faschistische Entwicklungen in Deutschland und wie wird in der Erinnerungspolitischen Debatte damit umgegangen?

Mario Keßler geht in seinem Vortrag - der sich auf sein gleichnamiges neuen Buch bezieht - den Spuren deutscher kommunistischer Exilanten in den USA nach, die nach dem Ende des Nazi-Regimes in die DDR zurückkehrt sind. Er schildert sowohl ihre Exilerfahrungen in der kapitalistischen Gesellschaft der USA wie auch ihre Lebensumstände im Osten Deutschlands nach 1945. Kein Kommunist ist in den Westen Deutschlands zurückgekehrt. Von Interesse sind nicht nur die eingetragenen KPD-Mitglieder, sondern auch „Kommunisten ohne Parteibuch“ wie Bertolt Brecht, Hanns Eisler, Ernst Bloch oder Stefan Heym. Auf der politischen Ebene geht es primär um die Frage, welche Entwürfe für ein Nachkriegsdeutschland das deutsche kommunistische Exil entwickelte und welche Hoffnungen sich in der DDR erfüllten oder nicht erfüllten. Auf intellektuell-geschichtlicher Ebene interessiert den Autor besonders die Bindung der sehr unterschiedlichen Akteure an die kommunistische Partei oder deren Umfeld – und zwar sowohl in den USA als auch in der DDR. Auf kulturgeschichtlicher Ebene wird – vor allem bei Schriftstellern, Journalisten und Künstlern – nach dem „kulturellen Gepäck“ gefragt, das die Rückkehrer aus den USA mitbrachten. Beargwöhnt wurden sie in beiden Ländern, benötigt wohl nur in der DDR.

Prof. Dr. Mario Keßler ist Projektleiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung, apl. Professor an der Universität Potsdam und Gastprofessor an der Yeshiva University in New York

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Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg

Telefon: 040 28003705