1. Juni 2021 Diskussion/Vortrag Gegen den Totalitarismus des Kapitals

Einführung in den Rätekommunismus

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Veranstaltungsort

Online

Zeit

01.06.2021, 18:15 - 19:45 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, Parteien- / Bewegungsgeschichte

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Gegen den Totalitarismus des Kapitals

Blickt man auf die Rezeption des Rätekommunismus in jüngster Vergangenheit zurück, scheint es nur Extreme zu geben: Diese Strömung innerhalb der Arbeiterbewegung verkörperte vor 100 Jahren den antiautoritären, staats- und organisationskritischen Aspekt des Kommunismus. Die Rätekommunisten kritisierten bereits Anfang der 1920er Jahre die autoritären Tendenzen der Bolschewiki. Die Kritik versuchte nachzuweisen, dass der Bruch der Bolschewiki und der Parteikommunisten mit dem Etatismus der Sozialdemokratie nie vollständig war. Auf der anderen Seite gibt es auch Kritik: Sektierertum und Aktionismus; Dogmatismus und mangelnder Pragmatismus; schließlich Begriffslosigkeit gegenüber Faschismus und NS.
So wie es kein Wunder ist, dass viele Linke in ihrer politischen Sozialisation irgendwann auf den Rätekommunismus stoßen und sich von seiner Botschaft der proletarischen Selbstermächtigung, die alle übergeordneten Instanzen als verdinglichend und strukturell bürgerlich ablehnt, mitreißen lassen, so erwartbar ist es, dass sich Ernüchterung bald einstellen wird.
Diese Einführung in Theorie und Geschichte des Rätekommunismus versucht etwas anderes: Weder soll dieser radikalen Strömung blind gehuldigt werden – sie ist ein historisches Phänomen und muss auch als solches, eben: als nicht wiederholbares, diskutiert werden –, noch soll der üblichen Kritik gefolgt werden.
 
Die These des Referenten ist: Der Rätekommunismus hat eine kritische Theorie des kapitalistischen Totalitarismus formuliert – Stalinismus wie Faschismus werden dabei im rätekommunistischen Denken jeweils als Elemente in der Herausbildung totalitärer Formen der Mehrwertabpressung analysiert. Die Option, dagegen allein auf die Selbstorganisation des Proletariats zu setzen, ist keinem revolutionären Überschwang geschuldet, sondern sie ist schiere Notwehr.
 
Felix Klopotek lebt und arbeitet in Köln. Von ihm ist gerade erschienen: »Rätekommunismus – Theorie und Geschichte« (Schmetterling Verlag, 252 S., 12 Euro). Leseprobe + zusätzliches Material auf theorie.org/titel/674_raetekommunismus

Eine Kooperation der Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Schleswig-Holstein. Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg


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