1. Oktober 2022 Workshop Wem gehört Hamburg?

Rechercheseminar zu Eigentümer:innen von Wohnungen und Häusern in Hamburg

Information

Veranstaltungsort

Hamburg - Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben

Zeit

01.10.2022, 14:00 - 18:00 Uhr

Themenbereiche

Soziale Bewegungen / Organisierung, Commons / Soziale Infrastruktur, Kapitalismusanalyse, Stadt / Kommune / Region, Wirtschafts- / Sozialpolitik

Kosten

Normalpreis: 5,00 €

Zugeordnete Dateien

Wem gehört Hamburg?
Hamburg - Innenstadt CC BY-NC 2.0, Martin Wippel, flickr

Wem die Stadt gehört, geht uns alle was an!

Charakteristisch für die Wohnungsmärkte deutscher Großstädte sind zum einen die stark steigenden Mieten und der Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Zum anderen wird mehr und mehr die Intransparenz auf dem Wohnungsmarkt darüber erkennbar, wer hierzulande Immobilien besitzt. Bei der Wohnungssuche stößt man meist auf Hausverwaltungen oder Wohnungsvermittler:innen, während der Name der Eigentümer:in erst im Mietvertrag erscheint. Doch selbst der gibt nicht zwangsläufig Auskunft darüber, wer von der gezahlten Miete letztlich profitiert, wie viele Wohnungen oder Häuser der Eigentümer:in noch besitzt und welche weiteren wirtschaftlichen Verknüpfungen zu anderen Unternehmen bestehen. Mieter:innen sind aber nicht die einzigen Unwissenden. Auch Stadtverwaltungen und Politik sind in der Regel ebenso im Unklaren darüber. Dabei zeigt sich: Informationen zu Wohneigentumsverhältnissen sind einige der bestgehüteten Geheimnisse in Deutschland.

Wie Schluss gemacht werden kann mit anonymen Immobilieneigentum.

Die Recherche nach den wahren Eigentümer:innen von Boden und Gebäuden verstärkt nicht nur den politischen Druck hin zu einer angemessenen Mietenregulierung und einem bezahlbaren Wohnen für alle. Sie schafft auch klare Fakten und Adressaten für den Kampf von Initiativen und Mieter:innen um ihre Wohnhäuser, ihr Zuhause, und eine gerechtere Stadt. Die Frage nach den Eigentumsstrukturen bietet zudem die Möglichkeit, weitaus grundsätzlichere gesellschaftliche Probleme, wie der ungerechten Verteilung des Wohlstands, zu adressieren. Auch in Hamburg machen Wohnimmobilien einen großen Teil des Vermögens aus. Mehr Informationen zur Eigentumsstruktur auf Wohnungsmärkten sind Indikatoren für das Ausmaß sozialer Ungleichheit in der Stadt.
Um herausfinden, wer von den hohen Mieten profitiert, wer hinter der GmbH im eigenen Mietvertrag steckt und zu welchem Firmennetzwerk diese womöglich gehört, braucht es keine herausragende Expertise für Immobilienmärkte oder Wirtschaftsprüfung. Es reicht ein wenig Rechercheaufwand, es braucht Wissen und Informationen um die Vorgehensweise und Methode der Recherche. Unser Seminar vermittelt Grundlagen der eigenständigen Recherche zu Eigentümer:innen von Wohnungen und Häusern in Hamburg. 


Darum soll es im Seminar gehen:

  • Wem gehört die Stadt? Vorstellung zentraler Fragestellungen und Ressourcen.
  • Grundlagen der Recherche: Schritt für Schritt vom Grundbuch bis zum Transparenzregister.
  • Wem gehört mein Haus? Mieter:innenrecherche konkret anhand eigener Fälle

Seminarleitung: Christoph Trautvetter
Christoph Trautvetter ist externer Projektleiter des Projekts «Wem gehört die Stadt» der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Autor mehrerer Studien über den Berliner Immobilienmarkt. Er arbeitet außerdem als wissenschaftlicher Referent für das Netzwerk Steuergerechtigkeit.

Wem die Stadt gehört, geht uns alle was an! RLS-Standpunkte 7/2021, von Christoph Trautvetter

 

Seit mehr als drei Jahren beschäftigt sich das Projekt „Wem gehört die Stadt?“ der Rosa-Luxemburg-Stiftung bereits mit den Eigentumsstrukturen und Geschäftspraktiken im deutschen und europäischen Wohnsektor. Eine entscheidende Rolle kommt in der Recherche den aktiven Mieter:innen und Aktivist:innen zu, die die Initiative ergreifen und auf die Suche nach den wahren Eigentümer:innen ihrer Wohnungen und Häuser gehen. Auf diese Weise tragen sie weiter dazu bei, die systematische Recherche und Auswertung von Eigentümer:innenstrukturen in deutschen Groß- und Mittelstädten zu vervollständigen.
 

Kontakt

Andreas Merkens

Referent für politische Bildung / Studien- und Bildungsreisen, Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg

Telefon: +49 40 28003709