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2. Juli 2026: Diskussion/Vortrag : Mit Macht für die Acht!

Warum der Kampf für eine Arbeitszeitverkürzung gerade in der Medienbranche besonders wichtig ist

Wichtige Fakten

Veranstaltungsort

Gewerkschaftshaus - Besenbinderhof
Besenbinderrhof 60
20097 Hamburg

Zeit
02.07.2026, 19:00 - 21:00 Uhr
Themenbereiche
Arbeit / Gewerkschaften, Kapitalismusanalyse
Zugeordnete Dateien

Beschreibung

Mit Macht für die Acht!
Bild: VSA Verlag

Das Thema Arbeitszeit wird in den letzten Monaten heiß diskutiert. Während wir noch vor Kurzem Diskussionen darüber führen konnten, wie wir Arbeitszeit weiter reduzieren oder gerechter verteilen können, müssen wir derzeit alles daran setzen, hart erkämpfte Errungenschaften, die wir seit Jahrzehnten für unantastbar hielten, zu verteidigen. Die Bundesregierung plant eine weitere Lockerung des Arbeitszeitgesetzes zur Ausweitung der täglichen Höchstarbeitszeit. Dabei erlaubt bereits das geltende Gesetz längst eine tägliche Arbeitszeit von bis zu 10 Stunden. Das Vorhaben der Bundesregierung würde tägliche Höchstarbeitszeiten von über 12 Stunden erlauben.

Das ist ein Rückschritt, den keine Gewerkschaft hinnehmen kann! Der Achtstundentag ist seit 1918 die Norm der täglichen Arbeitszeit in Deutschland. Er wurde hart und teilweise blutig erkämpft. In den 1950er-Jahren kam der arbeitsfreie Samstag hinzu, ebenfalls hart erstreikt. Seitdem gilt die 40-Stunden-Woche als allgemeine Richtschnur des Arbeits(zeit-)rechts. In vielen Branchen gelten mittlerweile tarifliche Wochenarbeitszeiten zwischen 36 und 38 Stunden.

All das stellt Friedrich Merz jetzt mit markigen Arbeitgeberstammtischslogans wieder in Frage. Getreu seinem erzkonservativen Image will er zurück in die Arbeitszeitregelung des Kaiserreichs und des Manchester-Kapitalismus. Der Widerstand regt sich: “Das ist mit uns nicht zu machen”, sagt der ver.di-Vorsitzende Frank  Werneke. “Mit Macht für die 8” ist der diesjährige Slogan des DGB, und die Linken Bundestagsfraktion hat bereits im Oktober einen Antrag in den Bundestag eingebracht, die täglich mögliche Arbeitszeit nicht weiter zu erhöhen, sondern sie im Gegenteil zu reduzieren.

Das deckt sich mit Umfragen des DGB und der Hans-Böckler-Stiftung: 93 Prozent der Befragten lehnen eine Verlängerung der Arbeitszeit ab, 81 Prozent fordern eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit. Aber wo stehen wir in der Medienbranche? In vielen Verlagen, Redaktionen und Agenturen wird Mehrarbeit stillschweigend verlangt und geleistet. Eine Arbeitszeiterfassung, gesetzlich vorgeschrieben und in der Praxis unerlässlich, um die Vorgaben des Arbeitsrechtseinzuhalten, ist in unserer Branche immer noch völlig unüblich.

Was können wir tun, um das zu ändern? Wie bringen wir Kampagnen, wie “Mit Macht für die 8” in die Redaktionen und Verlage und ins Bewusstsein atypisch Beschäftigter? Mit welchen Argumenten lassen sich die neoliberalen Stammtischparolen entkräften?

Dich erwarten spannende Inputs zur Kampagne des DGB „Mit Macht für die Acht“ sowie Hintergründe zur gesetzlichen Forderung nach einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit von 40 Std., der journalistischen Perspektive wie der gesellschaftlichen auf das Thema Arbeitszeit.

Unsere Gäste sind:

Moderation: Stephan Krull (Rosa-Luxemburg-Stiftung).

Eine gemeinsame Veranstaltung der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg und der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di

 

Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg


Materialien der Rosa Luxemburg Stiftung zum Thema Arbeitszeitverkürzung:

Standort

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg

Telefon: 040 28003705

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