6. April 2020 Diskussion/Vortrag FÄLLT AUS! Algerien: Auf dem Weg zu einer zweiten Unabhängigkeit?

Oligarchie und multinationale Unternehmen, die Krise des neopatrimonialen Systems

Information

Veranstaltungsort

W3 - Werkstatt für internationale Kultur und Politik e. V.
Nernstweg 32-34
22765 Hamburg

Zeit

06.04.2020, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Soziale Bewegungen / Organisierung, Globalisierung, Kapitalismusanalyse, Wirtschafts- / Sozialpolitik

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FÄLLT AUS! Algerien: Auf dem Weg zu einer zweiten Unabhängigkeit?

Aufgrund der Corona-Pandemie müssen wir diese Veranstaltung leider absagen. Wir suchen derzeit nach einem Ersatztermin, über den wir rechtzeitig auf dieser Website informieren.

Seit dem 22. Februar 2019 ist Algerien in eine neue Phase seiner Geschichte eingetreten. Die friedliche und entschlossene Mobilisierung der Bevölkerung gegen das seit der Unabhängigkeit von 1962 bestehende Regime kündet von einer Revolution, verkörpert in der sozialen Bewegung Hirak.

Das Land erwirtschaftet seinen Reichtum im Wesentlichen durch seine Erdölressourcen (35% des BSPs, 75% des Steuereinnahmen und 97% seiner ausländischen Einnahmen). Dieses System basiert auf einem neopatrimonialen Staat und auf einer Rentiersökonomie, die hauptsächlich einer mächtigen Oligarchie dient, die mit verschiedenen multinationalen Unternehmen weltweit verbunden ist.

Diese geschäftstüchtige Bourgeoisie, entstanden im Windschatten des Staatsapparates, ist nur verlässlich in ihren Verbindungen zum Weltmarkt. Sie hält sich an der Macht dank ihrer Kontrolle des Militärs und eines auf Illusionen basierenden Sozialpaktes der Umverteilung, der heute an seine Grenzen stößt.

Welche neuen Perspektiven eröffnet Hirak? Inwieweit verweist Hirak auf eine sich verändernde Zivilgesellschaft und kündet von einem neuen Algerien? Vielleicht einer zweiten Unabhängigkeit?

Mit Saïd Belguidoum, Soziologe und Professor an der Université d’Aix-Marseille. Er unterrichtet an der Fakultät für urbane Steuerung am IUT von Aix-en-Provence. Aktuell verantwortet er die Koordination des Pôle de la Recherche Urbaine en Algérie (PRUA), ein transversales und pluridisziplinäres Netzwerk von Forscher*innen, die zu Fragen der Stadtentwicklung arbeiten und das mehrere Forschungsprogramme leitet.

In Kooperation mit der Gruppe Blauer Montag. Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung.

Standort

Kontakt

Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg

Telefon: 040 28003705