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21. September 2019: Workshop : Poulantzas lesen – Eine Einführung in materialistische Staatstheorie

Wichtige Fakten

Veranstaltungsort

Fabrique im Gängeviertel - Seminarraum 4. OG
Valentinskamp 34a
20355 Hamburg

Zeit
21.09.2019, 10:00 - 18:00 Uhr
Themenbereiche
Gesellschaftstheorie, Kapitalismusanalyse
Kosten
Normalpreis: 10,00 €
Zugeordnete Dateien

Beschreibung

Poulantzas lesen – Eine Einführung in materialistische Staatstheorie

Nicos Poulantzas (1936–1979) ist heute einer der bekanntesten kritischen Staatstheoretiker. Bereits seit seiner Jugend mit der kommunistischen Bewegung in Griechenland assoziiert, war Poulantzas Denken geprägt von den Debatten und den Kämpfen um den Pariser Mai 1968 und dem Widerstand gegen die Militärdiktaturen in Südeuropa in den 1960er und 1970er Jahren.

Staat, so kann man mit Poulantzas lernen, ist kein bloßer Schiedsrichter zwischen Interessengruppen, kein neutrales Instrument wechselnder Klassen und auch kein ewiger Staat der Bourgeoisie. Seine berühmte Formulierung, der Staat sei die »materielle Verdichtung eines Kräfteverhältnisses zwischen Klassen und Klassenfraktionen« hat in den letzten Jahrzehnten entscheidend dazu beigetragen, in der Linken ein dynamisches Verständnis von gesellschaftlichen Kämpfen und politischer Veränderung zu fördern. Weniger bekannt sind Poulantzas historische Analysen der Klassenkonflikte hinter dem Aufstieg von Faschismus und Nationalsozialismus in Italien und Deutschland, die heute für die politische Linke eine neue, dramatische Relevanz erhalten.

Der Workshop bietet einen Überblick über das Leben und Werk von Nicos Poulantzas. Dazu lesen und diskutieren wir ausgewählte Textauszüge aus seinen Büchern »Faschismus und Diktatur (1970) und »Staatstheorie« (1978) und fragen uns, welche Bedeutung seine ›relationale‹ Staatstheorie und seine Faschismus-Analyse für die gesellschaftliche Linke heute hat – 40 Jahre nach seinem Tod. 

Unsere Mitmachveranstaltung richtet sich an alle diejenigen, die mehr über Nicos Poulantzas und seine Staatstheorie wissen möchten und, vielleicht zum ersten Mal, in Originaltexte hereinschauen wollen. Theoretische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Kopien werden im Vorfeld zur Verfügung gestellt. Mitgebracht werden müssen nur Neugier und Aufgeschlossenheit.

Workshopleitung: Fabian Georgi (Marburg/Berlin) und Nikolai Huke (Hamburg)

Ein Workshop in unserer Reihe "zusammen lesen".

Wir bitten um Anmeldung unter: anmeldung@rls-hamburg.de

 

In der Reihe:

„Zusammen lesen“. Tagesworkshops zur Einführung in kritische Gesellschaftstheorien

In unserer Reihe „zusammen lesen“ wollen wir 2019 in fünf eintägigen Workshops herausragende linke Theoretikerinnen und Theoretiker lesend kennen lernen: Rosa Luxemburg, Nicos Poulantzas, Henri Lefebvre, Silvia Federici und Antonio Gramsci.
Im Anschluss an ein einordnendes Inputreferat zum Theorieansatz steht die gemeinsame Erarbeitung der jeweiligen Theorien am Beispiel ausgewählter Originaltexte im Mittelpunkt. Dabei geht es uns um eine Auseinandersetzung mit kritischen Gesellschaftstheorien, die den politisch-praktischen Alltags- und Gegenwartsbezug der jeweiligen Theoretiker*innen in den Blick nimmt. In den Workshops sollen nicht nur Texte gemeinsam erarbeitet und kritisch diskutiert werden, sondern es soll auch ein Raum geschaffen werden, in dem politisch Engagierte ihre alltäglichen Erfahrungen diskutieren und theoretisch reflektieren können.

Standort

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