5. September 2019 Diskussion/Vortrag Aspekte feministischer Klassenpolitik

Information

Veranstaltungsort

Zinnschmelze
Maurienstr.19
22305 Hamburg

Zeit

05.09.2019, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Arbeit / Gewerkschaften, Geschlechterverhältnisse, Soziale Bewegungen / Organisierung, Wirtschafts- / Sozialpolitik, Kommunikation / Öffentlichkeit, Feminismus

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Diskussion mit Nina Scholz, aktiv bei "Deutsche Wohnen enteignen!" in Berlin, Kerstin Wolter aktiv im Netzwerk Frauen*streik und Katja Barthold, Gewerkschaftssekräterin bei IG Metall Jena.

Hundert Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland – eine große Errungenschaft, die allen Frauen politische Teilhabe ermöglichte. Doch der Kampf gegen Unterdrückung und um Gleichberechtigung ist nicht vorüber. Erstmals streikten Frauen wieder am 8. März, denn auch in der BRD geht es nicht nur um »equal pay« oder die Repolitisierung von Haus- und Sorgearbeit. Zugleich intensivierte sich die Debatte über den Versuch eines Aufbaus sozialistischer, klassenbezogener Organisationsformen unter dem Schlagwort »Neue Klassenpolitik«. Dezidiert wird eine Verbindung beider Felder gefordert - oder hat Neue Klassenpolitik diese schon erreicht?
Was genau heißt es, Feminismus nicht nur als »Anhängsel« einer Neuen Klassenpolitik zu sehen? Und was hat es eigentlich mit der Debatte Neue Klassenpolitik auf sich?


Zur Reihe: Neue Klassenpolitik

Mit Neuer Klassenpolitik steht ein Begriff im Raum, der anknüpft und bricht mit der traditionellen, alten Klassenpolitik. Dennoch wird der Begriff der Klasse aktualisiert in die politische Linke eingebracht. Wesentlich ist ihm, dass die Klasse nicht mehr wesentlich als weiße, männliche Industriearbeiterschaft gefasst wird, sondern die gesellschaftlichen Veränderungen der bundesrepublikanischen Epoche einbezogen werden. Mit dem neuen Begriff der Klassen werden Männer und Frauen und LGBTI* gefasst, werden prekäre Arbeitsverhältnisse- und Ausbeutungsverhältnisse gefasst, werden migrantische Lebenshintergründe und -erfahrungen gefasst. Die arbeitende Klasse in Deutschland ist vielfältig und bunt. Sie artikuliert ihre Interessen, sie macht Klassenkampf. An diesen Kampf soll politisch die organisierte Linke anknüpfen. Während die alten Gewerkschaften versuchen, den Veränderungen hinterher zu kommen, zielt die Neue Klassenpolitik auf etwas anderes als Sozialpartnerschaft: sie ist radikal, sozialistisch. Die Krisen des neoliberalen Kapitalismus zeigen die Grenzen dieses Gesellschaftsmodells nicht nur in der Theorie sondern auch in der Praxis und der alltäglichen Lebenswelt auf. Um ein menschenwürdiges Leben zu führen, wird klar, dass der Kapitalismus beseitigt werden muss. Neue Klassenpolitik versucht neben theoretischen Bestimmungen, mit welchen Feind es progressive, revolutionäre Bewegungen und Organisationen zu tun haben, an die konkreten Alltagspraktiken und -kämpfe der Arbeiter*innenklasse anzuknüpfen. Neben feministischen Aspekten spielen ebenso migrantische und neue unternationalistische Perspektiven ihre Rolle in der Neuen Klassenpolitik.

Mit den zwei Veranstaltungen sollen Akteure und Theoretiker*innen der Neuen Klassenpolitik miteinander über Konzepte, Aktionsfelder, Handlungsräume und politische Strategien Neuer Klassenpolitik diskutieren.

Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

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Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg

Telefon: 040 28003705